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Über dreissig Brücken musst du gehen!

29.08.2011 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News | 0

Ramserenbrücke

Sidelenbrücke

Von den stattlichen Emmentaler Bauernhäusern hatten wir es schon. Da gibt es aber noch andere Bauwerke, welche die Aufmerksamkeit auf sich lenken: Die Holzbrücken. In keiner anderen Schweizer Gegend ist die Dichte an gedeckten Holzbrücken so gross wie an Ilfis und Emme. Fast 30 Stück queren die beiden Gewässer und ihre Zuflüsse. Und natürlich können die Bauwerke mit ein paar Superlativen aufwarten: Die Hasle-Rüegsaubrücke etwa ist mit ihren 60 Metern Spannweite die am weitesten gespannte historische Holzbrücke Europas. Erbaut wurde sie 1839. Sie hatte allerdings schon eine recht imposante Vorgängerin, die aber wurde während den verheerenden Hochwassern im Sommer 1837, wie so manch andere Flussquerung auch, weggeputzt wie ein Bauwerk aus Zündhölzern. Der Emmentaler Dichter Jeremias Gotthelf lehnt sich in seiner Erzählung „Wassernot im Emmental“ an eben dieses Hochwasser an – und schildert, dass es noch weit katastrophalere Sommer gab, als jenen, den wir im Juli in allen Tonlagen zu beklagen mochten.

Zwischen Langnau und Trubschachen dagegen findet sich die älteste Holzbrücke des oberen Emmentals, die Ramserenbrücke (Bild ganz oben), erbaut um 1793. Freilich sind diese schmucken Bauwerke nicht mehr alle verkehrstauglich und viele von ihnen dienen nur noch der Zierde. Moderne, für den Schwerverkehr geeignetere Flussquerungen aus Beton haben die historischen Bauten, die, wie beispielsweise die mit Holzschindeln gedeckte Sidelenbrücke  bei Trub, mit kunstvollen Inschriften (Bild)  verziert sind, abgelöst. Doch hie und da entdecken findige Leute, dass die Bauwerke auch anders genutzt werden können. So etwa in Schüpbach, wo seit Jahren im Hochsommer eine „Bridgeparty“ über die Bühne, respektive die Brücke geht. Dass die gedeckten Brücken sich geradezu aufdrängen, um auch andere Veranstaltungen wie Flohmärkte, Tanzanlässe eine Lesung oder gar eine Theaterinszenierung stattfinden zu lassen, ist noch nicht so salonfähig, wird aber sicher in absehbarer Zeit vermehrt ein Thema werden. Eine stimmungsvollere Kulisse als eine uralte Emmentaler Holzbrücke gibt es fast nicht!

Gohlhausbrücke

Ãœbrigens: Der Bau der mächtigen Gohlhausbrücke (Bild) bei Lützelflüh kostete anno 1846 gerade mal knapp 34 000 Franken. Eine ausführliche Dokumentation über Holzbrücken erschien 2004, Verfasser ist Konrad-Meyer-Usteri. Darin enthalten sind auch Tipps für Brückenwanderungen. Die Broschüre „Holzbrücken im Emmental und bernischen Oberaargau“ kann als PDF heruntergeladen oder bei Tourismus Emmental bestellt werden.

Text und Bild: Verena Zürcher, Autorin und Verlegerin
www.landverlag.ch
www.lebenslust-emmental.ch



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