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Schratte und Hohgant – geschütztes Wandervogelparadies

05.09.2011 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News | 1

Der erste Tag im September ist jener der heiligen Verena. Zu kaum einem anderen Namenstag gibt es so viele Bauernregeln. Stimmen sie, dann haben wir gute Aussichten auf einen goldenen, trockenen Herbst. Ideales Wetter also, um die Wanderschuhe zu schnüren.

Unzählige Routen finden sich im Emmental. Dass das Napfbergland auch ein Wanderland ist, vom einstigen Molassemeer geprägt und vorwiegend aus Nagelfluh besteht, ist weitgehend bekannt. Ganz anders ist die geologische Beschaffenheit aber bei den hintersten, respektive obersten Emmentaler Högern, jenen, die das Emmental gegen das Berner Oberland und das luzernische Entlebuch abgrenzen: Schrattenfluh und Hohgant. Sie bieten teilweise recht anspruchsvolle Wanderrouten, beglücken Kletterer und Höhlenforscher, Botaniker und Geologen gleichermassen.

Die Schrattenfluh verläuft wie viele andere Bergkämme in den Schweizer Voralpen in Nordost-Südwest-Richtung. Sie hebt sich klar vom Hügelland des Emmentals und des Napf ab. Die Nordwestflanke der Schrattenfluh ist steil, durchzogen von Felsbändern und Bergweiden. Nach Südosten aber fällt der Kamm relativ sanft ab. Hier befinden sich die ausgedehnten, kargen Karrenfelder des Schrattenkalks mit den zahlreichen Höhlen. Die Schratte ist übrigens eines der grössten zusammenhängenden Karrenfelder der Schweiz und wird systematisch durch Höhlenforscher untersucht.

Der Hohgant - aus der Vogelperspektive

Das Hohgantmassiv besteht aus einer sieben Kilometer langen Bergkette. Aus geologischer Sicht ist der Hohgant aus Sedimenten des Helvetikums aufgebaut. Diese Schichten wurden erst relativ spät, vor ungefähr 20 Millionen Jahren, in die Alpenfaltung miteinbezogen. Heute sind am Nordhang des Hohgant folgende Schichten erkennbar: Subalpine Molasse, Kieselkalk, Schrattenkalk und Hohgantsandstein.

An denjenigen Stellen, wo der Schrattenkalk an der Oberfläche auftritt, konnten sich typische Karstphänomene wie beispielsweise Karrenfelder und Dolinen ausbilden. Im kalkigen Untergrund des Hohgant und der benachbarten Berge befindet sich mit der Siebenhengste-Hohgant-Höhle eines der grössten Höhlensysteme der Erde. Seit 1974 steht das Gebiet unter Naturschutz.

Übrigens: Irgendwo in diesem Gebiet entspringt die Emme. Über Geheimnis und Zorn des Flusses lesen Sie im nächsten Blogbeitrag.

Text: Verena Zürcher, Bild: Lebenslust Emmental/Hanny Wyss
www.landverlag.ch

 



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