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Filmerherzen im Trub

11.10.2011 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News | 0

Zugegeben, Trub ist ein hübsches, kleines Nest. Anders als viele andere Dörfer verfügt Trub mit Kirche, Wirtshäusern, grossem Dorfplatz und ansässigem Gewerbe über einen kleinen und überschaubaren Dorfkern. Die Fassaden der Häuser sind schmuck, gepflegt. Und dank dem ehemaligen Benediktinerkloster verfügt Trub über eine reiche Geschichte, die dazu einlädt, neue Geschichten zu spinnen.

Trub

Kommt dazu, dass Trub Zehntausende Heimatberechtigte hat; auf der ganzen Welt verstreut. Viele von ihnen verliessen ihre Heimat nicht zuletzt der Täuferverfolgungen wegen. Auch da punktet Trub mit einer anschaulichen Kurzwanderung, dem Täuferweg, der Interessierte durchs Dorf führt und etwas über die unsägliche Geschichte der Täufer erzählt.

Kein Wunder, suchen Literaten und Filmschaffende den perfekten Stoff, die perfekte Kulisse in diesem hübschen, kleinen Emmentaler Dorf. Bereits 1979 flimmerte ein Streifen über die Leinwand, jener von Mark Rissi mit dem Titel „Brot und Steine“. Gedreht wurde in Trub, in den Hauptrollen spielten Lilo Pulver und Sigfrit Steiner.

Ein richtiger Knaller, schon fast legendär, sind natürlich die „Die Herbstzeitlosen“ von Bettina Oberli. Seit diesem Wahnsinnserfolg zieht es mehr und mehr Filmschaffende ins Trub – könnte man meinen. Denn dieses Jahr sind gleich drei neue Filme in der Pipeline: „Herz im Emmental“ von Bernhard Giger wurde zu grossen Teilen in Trub gedreht; auch  Szenen von „Der Verdingbub“ und von „Silberwald“ wurden im beschaulichen Oberemmentaler Dorf aufgenommen.  Truberinnen und Truber sind stolz darauf, die Filmer zu unterstützen und als Statisten mitzuwirken. Der Film „Silberwald“, der bereits angelaufen ist, löste in der Bevölkerung aber auch schlechte Gefühle aus. Die Geschichte um eine Gruppe von Jungen, die aus Zorn auf ihre stumpfsinnige Welt zu immer brutaleren Gewalttaten greift, mag man nicht so recht goutieren – wenn im Hintergrund die Fassade des eigenen geliebten Hauses erscheint. Auf mehr Verständnis stiess da Filmer Markus Imboden mit seinem „Verdingbub“. Obwohl er eines der traurigsten Kapitel aus der Geschichte erzählt, kann man sich im Emmental mit diesem Stoff identifizieren. Mitten aus dem aktuellen Leben ist Bernhard Gigers Werk „Herz im Emmental“. Er porträtiert darin Zeitgenossen wie Thom Blunier, den Bandleader der Truber Erfolgsband „Shakra“, die Brüder Ueli und Tinu Heiniger oder den erfolgreichen Truber Schwinger Matthias Siegenthaler. Sie reden im Film, der immer wieder an historische Szenen der Franz Schnyder-Filme anknüpft, übers Bleiben und Weggehen. Gigers Film feiert am 16. Oktober in der  Kupferschmiede in Langnau Premiere. „Der Verdingbub“ ist ab dem 3. November im Kino zu sehen.

Übrigens: Es geht das Gerücht, dass auch Bettina Oberli an einem neuen Filmprojekt arbeitet, welches erneut im Oberemmental spielt.

Text und Bild: Verena Zürcher, Autorin und Verlegerin
http://www.landverlag.ch/

 



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