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„Giftnapf“ für Marathonläufer

06.10.2011 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News | 0

Auf der Risisegg, mit Blick nach Trub. Am Horizont die Krete, über welche der Rückweg führt.

Sie hatten schon alles bezüglich Wetter, die Läuferinnen und Läufer, welche sich jeweils im Oktober auf die anspruchsvolle Strecke des Napfmarathons begeben. Schneegestöber, Regenwetter, Nebelschwaden, Sonnenschein: Man weiss nie so recht, wie das Wetter Mitte Oktober ist im Napfgebiet. Am kommenden Sonntag, wenn der Napfmarathon erneut gestartet wird, spielt Petrus  nicht so richtig mit – zumindest nicht für die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer, welche sich jeweils entlang der 42 Kilometer langen Strecke aufstellen und die Sportler anfeuern. Den Läuferinnen und Läufern mögen die etwas kühleren Temperaturen aber womöglich gelegen kommen.

Zaungäste

Wetter hin oder her: Der 1989 ins Leben gerufene Marathon von Trubschachen über die Risisegg, den Turner, die Schafmatt, hin zum Napf und von dort zurück via Niederenzi, Schynen nach Trubschachen ist eine äusserst faszinierende Strecke, welche jährlich mehr und mehr Läufer an den Start lockt.  Starteten im ersten Jahr etwas mehr als hundert Läuferinnen und Läufer, so verbuchte der Anlass letztes Jahr weit über 300 Anmeldungen. Die Möglichkeit, im Zweierteam einen Halbmarathon zu absolvieren, trug ebenfalls zu einer steigenden Teilnehmerzahl bei.

Blick auf die Route vom Turner aus.

1500 Meter Steigung haben die Läufer in den Beinen, wenn sie das Ziel erreichen. Der Streckenrekord bei den Herren liegt dabei bei knapp unter drei Stunden, jener der Damen bei etwas über drei Stunden. Auch einheimische Läuferinnen und Läufer nehmen die Herausforderung an, und laufen ihren Heimmarathon mit grosser Euphorie. Der Höhepunkt ist einerseits das heile Ankommen im Ziel. Aber auch das Ankommen auf dem  Napf mit seinen gut 1400 Metern dürfte jeden Teilnehmer erfreuen. Es ist bereits für den Wanderer  ein erhabenes Gefühl, wenn er den Truber Hausberg erreicht  hat. Die Stimmung im Napfgebiet ist einzigartig, die topografische Erscheinung des Berges immer wieder eine Faszination. Keine anderen Hügel blockieren hier oben die Sicht über das Land. Geografisch bildet der Napf nahezu den Mittelpunkt der Schweiz, bei klarer Sicht blickt man bis in den Schwarzwald, hin nach Zürich zum Uetliberg oder aber tief in den Jura hinein. Nachts sind die Lichter des Jungfraujochs, des Stockhorns oder des Weissensteins bei Solothurn sichtbar.

Speziell ist die Marathonroute auch darum, weil sie sich öfters mal an der Grenze zu Luzern bewegt, respektive bei der Schafmatt sogar in den Nachbarskanton abschweift. Unterhalb des Napf, auf Luzerner Seite, bietet sich dem Wanderer ab und an der Blick auf dicke Rauchwolken an: Die Köhler am Napf pflegen dort ihr uraltes Handwerk.

Übrigens: Der Bestseller-Autor und Arzt Paul Wittwer aus Oberburg, der mit seinem Krimi „Giftnapf“ grosse Erfolge feierte, ist immer wieder mal als Läufer am „giftigen“ Napfmarathon anzutreffen.

Text und Bilder: Verena Zürcher, Autorin und Verlegerin
http://www.landverlag.ch/



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