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Lothars Erben

06.12.2011 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News | 0

In der Nacht auf Montag kam Bewegung ins Winterwetter. Ein Spätherbststurm mit Orkanböen setzte dem bedächtigen Martinisommer ein Ende. Orkan? Da werden Erinnerungen wach. An das Jahr 1999, als Sturm Lothar am 26. Dezember durchs Land fegte und niedermähte, was im Wege stand. Besonders stark betroffen war damals unter anderem das Emmental. 2000 Hektaren Wald wurden in unserer Gegend von Lothar zerstört, 32 Hektaren alleine im Staatswald Bachgut oberhalb von Trub. 16 000 Kubikmeter Sturmholz mussten sodann aus dem Wald geräumt werden. Der einst stolze Wald war nur noch Einöde.
 
Das neue Blockhaus im Bachwald

Jahre später darf man sagen, dass Lothar auch sein Gutes hatte: Eine Wanderung durch den Bachwald ist einzigartig, besonders heute, am Tag von St. Nikolaus, wo die ersten Schneeflocken vom Himmel wirbeln. Und auch heute, am 6. Dezember, kann man ahnen, wie es hier oben „strubuuset“, wenn Winde mit Orkanstärke wüten. Die paar hohen Tannen, die anno 1999 Lothar überstanden haben, neigen sich an diesem Samichlaustag beängstigend, wenn der Wind in ihre dünnen Kronen greift.
Die Gegend hat etwas Wildes, manchmal wähnt man sich fast in Nordamerika. Das hat vielleicht auch mit den Gastpflanzen zu tun, die nach Lothar hier oben gesetzt worden sind: Der Zuckerahorn, Garant eines farbenfrohen Indiansummers, gedeiht hier hoben ebenso wie diverse Fichtenarten aus aller Welt. Als Gedenkpfad an Lothar wurde der Bachwald in ein kleines Paradies verwandelt, das zum Entspannen, Verweilen und Lernen einlädt. Am besten, wir lassen die Bilder sprechen.

Übrigens: Im Blockhaus wohnt nicht der Samichlaus. Wanderer, Jäger, Familien und Naturfreunde finden hier Unterschlupf und eine archaisch anmutende Feuerstelle.

Text und Bilder: Verena Zürcher
http://www.landverlag.ch/



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