Emmental Blog

Neues, Geschichten und Abenteuer aus dem Emmental

Neues Leben für Burgdorf mit einem mutigen Hotelprojekt

20.02.2012 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News, Regionale Produkte | 2

Das Eckhaus in der Burgdorfer Altstadt soll umgenutzt werden – geplant ist der Aufbau eines neuen Hotels.

„Dieses Hotel bekommt fünf Sterne – für die sympathische Idee“, sagt Elisabeth Zäch, ihres Zeichens Stadtpräsidentin von Burgdorf. Was sie eben gehört hat, findet sie schlicht genial. Doch was ist es, das Elisabeth Zäch so schwärmen lässt? Das neue Hotel in der Burgdorfer Altstadt, das im Frühling 2013 eröffnet werden soll. Doch schön der Reihe nach.

Aus dem Eckhaus in der Burgdorfer Oberstadt wird ein Hotel.

Belebung der Oberstadt
„Eine schöne Altstadt haben wir – zudem die Herzroute, die Krimitage und weitere kulturelle Anlässe, und in der Nähe sind Bern und Solothurn mit ihren Attraktionen.» Das sagte der Burgdorfer Architekt Ueli Arm vor wenigen Wochen gegenüber der „Berner Zeitung“, als er über das geplante Hotelprojekt in der Oberstadt sprach. Wie Recht er hat! Die Emmestadt ist ein Bijou, das einen ganz besonderen Charme versprüht.

Aber in den letzten Jahren hörte man auch immer wieder, wie trostlos und ausgestorben die schöne Oberstadt sei. Nun also wird die Wiederbelebung konkret. Und zwar mit einem mutigen Projekt, das Respekt verdient. Im Dezember noch äusserte sich Ueli Arm nicht zum Partner, der mit ihm zusammen das ehemalige Kaufhaus Strauss, eine fast 150-jährige Liegenschaft mit reichlich Raum, zu neuem Leben erwecken will. Seit heute Nachmittag ist klar, mit wem der Architekt, welcher das Eckhaus 2009 kaufte und seither für kulturelle Projekte nutzte, zusammenspannt: Mit der Heimstätte Bärau. Dem grössten Wohn-und Beschäftigungsheim im Kanton Bern. Mit einer separat gegründeten Tochtergesellschaft wird die Heimstätte Bärau das Hotel führen. Noch wurde das Geheimnis um den endgültigen Namen des „Hotel Altstadt“ nicht gelüftet.

Stiftung Lebensart
Klar ist nur, dass die neue Stiftung „Lebensart“ heissen wird. Lebensart, ein sinniger Name. Denn das neue Hotel wird mehr sein als ein normaler Hotel-und Gastrobetrieb. Rund die Hälfte der Angestellten werden Menschen sein, die als IV-Bezüger mit einem Defizit zurechtkommen müssen. Und es ist das erklärte Ziel der Heimstätte, gerade für solche Menschen ausserhalb des Heimbetriebs gute Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, damit statt Isolation Integration möglich ist. Das Hotel wird also alleine darum einen besonderen Stellenwert bekommen. Auf die Frage, warum die Heimstätte die Anfrage von Ueli Arm positiv beantwortet habe, meint Peter Ducommun, Vorsitzender der Geschäftsleitung: „Weil wir eigentlich schon jetzt ein Hotel sind. Wir haben unter anderem eine eigene Gastronomie, eine eigene Wäscherei, betreuen 350 Bewohnerinnen und Bewohner und beschäftigen 470 Angestellte.“

Es sei klar, dass man das Vorhandene mit diesem Hotelprojekt und mit späteren Projekten optimal nutzen wolle. Walter Grossenbacher, Präsident des Stiftungsrates der Heimstätte hält fest, dass man selbstverständlich gut abgewogen habe, ob ein solches Projekt auch aus finanzieller Sicht Sinn mache: „Wir sind der Ansicht, dass auch ein Hotel mit nur 15 Zimmern selbsttragend funktionieren kann.“

Hotel im Mittelklasse-Bereich
Geplant ist also ein kleines und feines Mittelklass-Hotel, welches das Angebot zum nahe gelegenen „Stadthaus“ aus der Luxuskategorie ergänzen wird. Im Erdgeschoss plane man einen Restaurationsbetrieb für Hotelgäste und Passanten. In den oberen Stockwerken sollen Doppelzimmer untergebracht werden, insgesamt 15 Stück. Die Dachterrasse verspricht schon heue beste Aussicht auf die umliegenden Sehenswürdigkeiten.

Burgdorf, die charmante Stadt an der Emme.

Sowohl Ueli Arm als auch die Betreiber des künftigen Hotels werden nicht müde zu betonen, dass das Hotel Stil und Atmosphäre bieten und sich so als einzigartiger, individueller Ort präsentieren soll. Das kreative Potential beim Architekten und bei den Leuten der Heimstätte ist bekannterweise sehr gross und man darf sich in Burgdorf darum auf eine kleine Perle freuen, der es hoffentlich gelingen wird, der Oberstadt neues Leben einzuhauchen.

Schon bald sollen die Umbauarbeiten beginnen, damit das Hotel im April 2013 eröffnet werden kann. Ein guter Zeitpunkt, denn kurz darauf findet in Burgdorf das Eidgenössische Schwing-und Älplerfest statt. Und die Organisatoren werden froh sein, wenn einige Hotelbetten mehr zur Verfügung stehen.

Übrigens: Es ist davon auszugehen, dass im Hotel dereinst auch Produkte aus der Heimstätte gebraucht und verkauft werden. Mit eigener Bäckerei, Gärtnerei, Käserei und Fleischverarbeitungsabteilung sowie vielen anderen Produkten aus der Wärchschür ist der Betrieb mit seiner „Bäraustark“-Linie prädestiniert, um das neue Hotel  in Burgdorf mit Leckereien aus der Region zu versorgen. Für Elisabeth Zäch ein Pluspunkt mehr: „Mir träumte schon immer von einer kleinen Markthalle mit regionalen Produkten!“

Text: Verena Zürcher, Bilder: Hanny Wyss/Lebenslust Emmental, Verena Zürcher
http://www.landverlag.ch/



Kommentar schreiben


 
 
Kommentar



Kommentare

Ein interessantes Projekt – bin gespannt, ob das die Oberstadt beleben wird. Wäre ich für die Burdlefer Oberstadt «verantwortlich», dann würde ich für die Oberstadt eine systemische Aufstellung machen und fragen, woran es liegt, dass dort so wenig Leben ist. Ich habe vor 20 Jahren längere Zeit an der Hohengasse gewohnt, und damals war in der Oberstadt Rambazamba, Tag und Nacht. Dass es heute nicht mehr so ist, kann nicht allein daran liegen, dass man vor der Metzgeren nicht mehr parken kann. Innovative Unternehmen nutzen systemische Aufstellungen, um Blockaden aufzulösen: Schwierigkeiten im Team, mit den Kunden, stockende Umsätze, Nachfolgeprobleme usw. Warum macht man das nicht mit der Oberstadt? Wenn ich ein solches Projekt planen würde, dann würde ich wissen wollen, warum dort so viele gute Ideen und Projekte nicht funktionieren, bevor ich Geld und anderes investiere.


[…] einer gut einjährigen Planungs- und Bauphase konnte die Stiftung LebensArt mit Sitz in Langnau das Hotel Orchidee in Burgdorf eröffnen. In der […]


© Tourismus Emmental 2011 | Datenschutzerklärung