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Was Mäuse mit den Rämisgummen-Krokussen zu tun haben

17.03.2012 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News, Geschichte, Natur | 6

Wenn es so weitergeht mit dem Frühling, kann man auf der Alp Rämisgummen schon bald die ersten Krokusse bewundern.

Bald wieder zu bewundern: Die ersten Krokusse auf Rämisgummen

Kaum hat sich der Schnee auf der Alp Rämisgummen zwischen Trubschachen und Eggiwil verzogen, leuchten die Bergweiden in den unterschiedlichsten Lilatönen. Schuld daran sind die unzähligen Krokusse, die hier Frühling für Frühling blühen.
Woher sie kommen ist weitgehend unbekannt. Die Küherfamilie Fankhauser aus Grosshöchstetten, welche die Alp gut 150 Jahre lang in Pacht hatte, weiss lediglich, dass es sie schon immer gegeben habe, die zarten Frühblüher.

Der Rämisgummen gilt als eine der schönsten Alpen des Bernbiets. Mit 130 Hektaren weist sie auch eine stattliche Fläche auf. Besitzerin der Alp war bis zu ihrem Tod 1981 die legendäre Berner Aristokratin Madame Elisabeth de Meuron. Danach ging der Besitz an ihre vor kurzem ebenfalls verstorbene Enkelin Sibylle von Stockar über. Seit dem 1. Januar 2002 ist Familie Schenk aus Eggiwil Pächterin der Alp.

Gestaffelte Blütezeit
Blütenpracht im Frühling

Viele Hektaren dieser Alp und nur kleine Teile der angrenzenden Weiden werden im Frühling also von den Blumen verdeckt. Und weil die Sonneneinstrahlung und somit die Schneeschmelze auf dem Anwesen nicht überall gleich früh eintrifft, kann man die Blütenpracht gestaffelt bewundern. Die ersten Blüten dürften schon bald zu sehen sein, andere werden erst im April zum Vorschein kommen.
Wenn Fankhausers gegen Ende Mai auf den Berg zogen, waren die Blüten freilich verblüht – das Kraut dagegen war noch sichtbar im jungen Frühlingsgras. Und das habe man der Milch dann manchmal auch angemerkt, sie habe ein wenig nach Zwiebeln gerochen. Ebenso habe man beobachten können, wie die Krokusse “gewandert” seien. Freilich nicht aus eigener Kraft. Oft seien es die Mäuse gewesen, welche die kleinen Krokuszwiebeln von einem Ort zu anderen gebracht hätten – als Vorratslager.
Dass auch die Mäuse daran beteiligt sind, dass eine solch riesige Fläche mittlerweile von den Blumen überdeckt ist, ist also wahrscheinlich.

Nur weisse Krokusse sind wirklich wild
Es gibt, je nach Definition, 80 bis 120 wilde Krokusarten Sie kommen ausschliesslich in den gemässigten Breiten Europas und Asiens sowie in Nordafrika vor, wobei die Schwerpunkte im Mittelmeerraum von Italien über den Balkan und Griechenland bis zur Türkei und zum Kaukasus liegen. An einigen Stellen wachsen auch hier in der Schweiz Krokusse in freier Natur. Man geht aber davon aus, dass dies fast ausschliesslich auf Anpflanzung in früheren Zeiten zurückzuführen ist. Tatsächliche Wildbestände gebe es nur vom weissen Krokus, sagen Experten. Vor allem die Zwiebeln der Krokusse sind giftig und vor allem für Kinder gefährlich – sie können starke Magen-und Darmstörungen verursachen.

Giftiges Gewächs
Ebenfalls eine Krokusart ist der Safran In höheren Dosen wirkt er giftig, früher wurde er sogar für Abtreibungen verwendet. Doch auch ohne Mordabsichten kann es zu Todesfällen kommen. Sehr ähnlich sieht dem Safran nämlich die hochgiftige Herbstzeitlose.

Übrigens: Der Osterhase sollte auf Rämisgummen auf gar keinen Fall einen Verpflegungshalt einlegen. Krokusse sind für Hasen und einige andere Tiere ausserordentlich und schon in geringen Mengen sehr giftig.

Text: Verena Zürcher, Bilder: Landverlag/Hanny Wyss
http://www.landverlag.ch/



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Kommentare

Guten Tag
mit Freude habe auch ich die Frühlingsgrüsse bekommen, herzlichen Dank
Bei uns im Bündnerland ist Vielerorts noch Schnee bis in den Talboden.
Skifahrer schwärmen von guten Bedidngungen. Doch an unserer Sonnenhängen gibt es dei ersten Blumen Sträucher die schon Knospen haben.
Velofahrer erfreuen sich an wärmeren Verhältnissen und die Spazierer bleiben da und dort stehen und betrachten die Gärten wo man viele Dinge am Wachsen sieht.
Nun, auch euch allen wünsche ich viele spannende Momente in der Natur. Der Emmentaler Landwirtschaft wünsche ich, dass sie bald ihre Felder und Höger bewirtschften können.
Sonnige Grüsse aus Bonaduz
Ruedi Baumgartner


Guten Tag Frau Zürcher

Wie finde ich die wunderschöne Krokuswiese?(Wegbeschrieb od. Wanderroute).

Herzlichen Dank und liebe Grüsse
Christine Schütz


Liebe Frau Schütz, danke für Ihre Anfrage. Werde morgen Freitag erneut zum Thema bloggen und versuchen, einige Routen/Varianten vorzuschlagen. Und es gibt die ersten Bilder 🙂 Liebe Grüsse, Verena Zürcher


[…] einigen Tagen versuchte ich zu erklären, warum es auf der Alp Rämisgummen so viele Krokusse gibt. Seither werden wir fast täglich gefragt, ob es denn jetzt blühe dort oben. […]


[…] Seit 11 Jahren bewirtschaftet die Betriebsgemeinschaft Schenk vom Geissschwand in Eggiwil die Alp Rämisgummen. Und seit Schenks dort oben Senner sind, gibt es im Herbst einen „Kästeilet“. Der Begriff ist […]


Wunderschön war letzten Donnerstag die Wanderung über den Rämisgummen. Krokussse soweit das Auge reicht. Etwas schade fanden wir, dass die Abzweigung Richtung Schangnau nicht besser sichtbar steht. Wir waren nicht die Einzigen, welche Richtung Eggiwil unterwegs waren. Alle sollten wir aber nach Schangnau hinunter laufen!! He nu, das nächste Mal kennen wir diese Tücke.
Freundliche Grüsse Hedi Schneeberger aus Langenthal


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