Emmental Blog

Neues, Geschichten und Abenteuer aus dem Emmental

Wenn Mordsspaziergänge zum Publikumsmagnet werden

02.06.2012 | von: Christian_Billau | Tags: Emmental News, Mordsgeschichten, Veranstaltungen | 1

Der neue Mords-und Spukgeschichtenweg durchs Emmental wurde gestern Abend in der Heimstätte Bärau feierlich eröffnet. Stargast war Tatort-Kommissar Stefan Gubser.

Stefan Gubser eröffnete den Emmentaler Mords-und Spukgeschichtenweg

Er las vor circa 160 Gästen und bei mordsguter Stimmung aus der Geschichte „Abwegig“ von Christoph Lauener, welcher sich in Band I die Mordsspaziergänge zum Thema machte. Das Mitwirken einiger Heimbewohner, die fantastische Dekoration rund ums Thema Mord und Spuk und der üppige Apéro machten die Eröffnungsfeier zu einem unvergesslichen Anlass. Gleichzeitig feirte der dritte Band der Mordsgeschichten Vernissage. Weil das Buch mit Laueners Geschichte (Landverlag, 2008) längst vergriffen ist, gibt es hier exklusiv die ganze Mordsgeschichte zu lesen.

1
Immer wieder rutscht er aus. Seine Füsse suchen vergeblich
Halt auf dem lehmigen, steilen Pfad, der sich im strömenden
Regen in eine glitschige Masse verwandelt hat. Er versucht
sich hochzuziehen an den herabhängenden, tropfenden
Zweigen, greift in Dornen, schreit leise auf und fällt wieder
hin. Gottverflucht, stöhnt er, rappelt sich auf. Weiter, ich
muss weiter. Seine Brillengläser sind beschlagen, er sieht
keine fünf Meter weit. Nichts als Wasser, Nebel, Dunkelheit,
und aus dem durchtränkten, moosigen Boden scheint ein
fauliger Geruch aufzusteigen. Was hatte ihn bloss bewegt,
sich von der Gruppe weg zu begeben, um ein bisschen die
Gegend zu erforschen. Sie hatten ihn noch gewarnt; das
Gebiet sei nicht ungefährlich, es sei unübersichtlich, voller
heimtückischer Löcher und jäher Abgründe. Und ein
Gewitter könne innert Minuten aufziehen, hier, in diesen
Kesseln und Schründen, wo die junge Emme ihr Wasser
sammelt. Er bleibt keuchend stehen. Ein Blitz kracht in die
Erde, beleuchtet das tosende Inferno, lässt ihn hoffen, einen
Ausweg zu erkennen aus diesem verteufelten Felshang, eine
Richtung, einen Hinweis, irgendwas. Doch schon ist es wieder
pechschwarz, und der Donnerschlag, der niederkracht,
erscheint ihm wie der Hammer eines Richters, der sein Urteil
fällt. Erschöpft sinkt er nieder, kauert sich unter einen verkrüppelten
Baum, der Regen fegt seine Tränen weg. Er weiss
nicht, wie lange er so dagesessen hat, als etwas in ihm aufbegehrt
gegen den Wunsch, sich seinem Schicksal hinzugeben.
Sie würden sicher nach ihm suchen; er müsste sich nur bewegen.
Also weiter. Er kämpft sich aufwärts. Da oben müssten
sie doch irgendwo sein. Er schreit um Hilfe, aber seine kraftlosen
Rufe werden von der Sintflut erstickt. Da sieht er etwas
leuchten. Es bewegt sich. Ein Licht! Eine Lampe! Er kneift
die Augen zu, reisst sie auf, es ist immer noch da. Weit über
ihm im Steilhang bewegt es sich, verschwindet, taucht wieder
auf. Er schreit, stürzt vorwärts, kämpft sich keuchend
durch das Buschwerk den Hang hoch. Er darf es nicht aus
den Augen verlieren. So laut er kann, ruft er um Hilfe, und
plötzlich hört er undeutlich eine Stimme zurückrufen. Er
schreit nun lauter, gestikuliert, wieder treten ihm Tränen in
die Augen: Man hat ihn gefunden. Das Licht kommt jetzt
näher, und er keucht ihm entgegen, spürt in der Erleichterung
nicht, wie er sich an Steinen und Dornen Hände
und Knie aufreisst. Dann ist das Licht direkt vor ihm.
«Hallo», keucht er mit letzter Kraft. «Hallo», sagt die
Stimme. Er atmet tief durch. Glücklich lächelt er seinen
Retter an, streckt ihm die Hand entgegen. Da schiesst wie
aus dem Nichts etwas auf ihn zu. Es ist das Letzte, was er
sieht. Dann zerplatzt sein Kopf.

2
Die Zeit knabbert am Vormittag. Kriminalpolizist Ferdinand
Wipf sitzt in seinem Büro in Bern und blättert gedankenverloren
in den Akten. Immer wieder schüttelt er den Kopf,
immer wieder die gleichen Fragen. Wieso hat der Mann gelächelt?
Wie so oft, wenn sonst nichts läuft, zieht sich Wipf in
sein Büro zurück, nimmt diese Akten hervor und liest sie
durch. Sucht nach Hinweisen, nach etwas, das er übersehen
hat. Diese seltsamen Fälle im oberen Emmental lassen ihm
keine Ruhe. Da war diese Sache mit dem lächelnden Toten,
im Jahr 2004. Eine Gruppe Unternehmer aus Basel hatte ein
paar Tage im Gebiet des Hohgant verbringen wollen. Der
örtliche Reiseleiter war mit ihnen am ersten Tag Richtung
Birchengütsch oberhalb des Kemmeribodenbads hochgestiegen.
Während einer längeren Rast hatte einer allein die
Umgebung erkundet und sich in der Chemmeribodenflueh
verirrt, als ein gewaltiges Gewitter losgebrochen war. Als man
ihn fand, anderntags, rief man die Polizei. Den Anblick hat
Wipf nie vergessen. Er steht auf und dreht ein paar Runden
um den Tisch. Völlig verdreckt, zerkratzt und durchnässt
hatte der Mann auf dem Boden gelegen. Sein Kopf war eine
einzige grosse Wunde, der Schädel eingeschlagen. Doch der
Mann hatte gelächelt! Als wäre ihm das pure Glück begegnet.
Wipf schüttelt wieder den Kopf. Er war damals als
Einsatzleiter mit einem Grossaufgebot in der Gegend aufmarschiert;
sie hatten Verdächtige befragt, jeden Stein umgedreht
– ohne Erfolg.
Und dann zwei Jahre später. Diesmal wars ein Kegelverein
aus Olten. Auf der zweiten Wanderung, der Schrattenfluh,
verschwand einer von ihnen. Unterhalb des Hengsts, unweit
vom Heidenloch, blieb er etwas hinter der Kolonne zurück.
Als man merkte, dass er nicht mehr da war, war es zu spät.
Man vermutete, er sei in eines der zahllosen Karstlöcher
gefallen. Suchhunde konnten nichts ausrichten: Der Berg,
von Höhlen durchzogen und porös wie ein Schwamm, saugt
die Luft nach innen. Der Mann ist nie mehr aufgetaucht.
Wipf knallt die Akten auf den Tisch. Er ist sich immer noch
sicher, dass nicht nur der erste, sondern auch der zweite
Mann ermordet worden ist. Und zwar von einem der
Gegner dieser Art von Tourismus. Obwohl er in der
Bevölkerung heute im Grossen und Ganzen akzeptiert und
geschätzt ist, gibt es vereinzelte, dafür umso rabiatere und
unversöhnlichere Oppositionelle. Fussspuren hatte man
gefunden und Stumpenstummel mit gelben Mundstücken,
sowohl beim Fundort des ersten Toten wie in der Nähe des
Hengsts. Aber als Beweis taugte das alles nicht, und so hatte
die Polizei keinem der Verhörten etwas nachweisen können.
Und das Verrückteste an der Geschichte: Seit den mysteriösen
Todesfällen war das Interesse an dieser hintersten Ecke
im Emmental noch gestiegen; Reisebüros, sogar ausländische,
warben hemmungslos mit «Abenteuer im Tal der
Verschwundenen» oder «Mordsspaziergänge ohne Rückkehrgarantie».

Wipf legt die Akten in einen Schrank. Zeit fürs Mittagessen.
Sofort setzt sich in seinem Kopf eine fröhliche Parade von
Schnitzeln, Frites und Ketchupflaschen in Bewegung, die
aber leider sehr schnell verdrängt wird von einem riesigen
Salatkopf. Seufzend wickelt sich Wipf in seinen Mantel.
Solange er mit dem Gewicht nicht runterkam, galt der Befehl
seines Arztes: Salate! Er hat den Schlüssel schon in der
Hand, als das Telefon klingelt. Wipf ignoriert es. Zögert
dann. Etwas steigt hoch in ihm, ein flaues Gefühl, das ihm
vertraut ist. In der Regel täuscht ihn dieses Signal nicht.
Verdammt, grummelt Wipf, sieht auf die Nummer und
erkennt sie auf den ersten Blick: Langnau. Das Gefühl wird
stärker. Als würde ihm jemand Blei in die Magengrube
giessen. Er nimmt den Hörer ab. Der kurze Satz, der aus der
Muschel kommt, überrascht ihn nicht mehr. «Es ist wieder
passiert.»

3
Die Glut frisst sich knisternd vorwärts. Er liebt es über alles,
dieses Geräusch. Immer, wenn er daran zieht, schrumpft der
Krumme ein bisschen und knistert dazu. Und erst der
Rauch! Er liebt es zuzusehen, wie der Wind mit den kunstvollen
Gebilden spielt, bevor er sie zerreisst. Mit einer
Kieferbewegung kippt er die Asche weg. Der Krumme ist
kurz geworden. Jetzt müssten sie bald kommen. Ruhig
mustert er seine Umgebung. Der Platz ist gut gewählt. Nahe
am Pfad und doch gut versteckt hinter einer Gruppe knorriger
Nadelbäumchen, in einer flachen moosigen Senke. Er ist
es gewohnt zu warten. Da hört er auch schon die Stimmen.
Ein Lächeln gleitet über sein Gesicht. Ohne Hast drückt er
den Krummen ins Moos.

4
Die Wandergruppe besteht aus einer Reihe aufgeregter
Jungmanager aus dem schwäbischen Günzburg. Sie haben
sich zur Teambildung für eine Expedition bei der bayrischen
Unternehmung «Toiber’s Wanderbua» (Toibers Wander-
burschen) angemeldet und sich den «Trip durchs schauerliche
Schweizer Emmental» ausgesucht. Nun quälen sie sich
quasselnd den Pfad Richtung Schibegütsch hoch. In wenigen
Minuten, so hat es der Führer versprochen, würden sie eine
Rast machen und Geschichten aus der Gegend zu hören
bekommen. Sie waren tags zuvor in Langnau eingetroffen,
dort abgeholt und in den Kemmeriboden transportiert
worden. Ihr Ziel war das Stägetrittli, ein kleines Bauernhaus
im Gebiet Chüblisbüel, eine knappe Stunde zu Fuss vom
Kemmeribodenbad entfernt. Hinaufgeführt hatte sie
Albrecht Stoller. Er und sein Zwillingsbruder Heiner, zwei
50-jährige, allein stehende Männer, führen das Stägetrittli
seit acht Jahren als Unterkunft für Wandergruppen und
bieten den Gästen einfache Kost, Übernachten im Stroh und
Ausflüge in die mystische Gegend zwischen Hohgant und
Schrattenfluh an. Das Geschäft mit dem Tourismus läuft
nach harzigem Beginn gut; ihre paar Kühe und Ziegen
halten sich Stollers nur noch als Attraktion für die Gäste.
Jedem, der im Stägetrittli eintrifft, fällt sehr schnell etwas
Sonderbares auf: Albrecht spricht, und Heiner bestätigt. So
sagte etwa Brecht beim Abendessen in der Stube zu den
Managern: «Es ist gut, wenn ihr früh zu Bett geht, denn
morgen müsst ihr um halb sechs Uhr aufstehen.»
Und Heiner sagte: «Um halb sechs müsst ihr aufstehen.»
Brecht: «Das Strohlager ist unter dem Dach; dort ists gemütlich.»
Sehr gemütlich seis dort, sehr gemütlich.
«Es zieht ein bisschen, aber das Haus ist halt alt.»
Alt sei es, das Haus, sehr alt.
So ist es immer: Brecht spricht, Heiner bestätigt. Von sich
aus sagt Heiner nie etwas; bei Fragen holt er Brecht. Das ist
so, seit Heiner im Jugendalter ein Schwein auf den Kopf
gefallen ist. Brecht hatte das Tier auf dem Hof herumgejagt,
und am Schluss war es über eine Mauer hinuntergefallen,
direkt auf Heiner. Seither ist in Heiners Kopf etwas verschoben
und die Fürsorge der Gemeinde ist froh, dass Hof und
Pension genügend abwerfen für beide.
Punkt halb sechs Uhr früh war Brecht in die Kammer unter
dem Dach gestiegen, um die Gäste zu wecken: «Es geht los!
Am Brunnen könnt ihr euch waschen.» Aus der Küche, wo
mit Töpfen und Pfannen hantiert wurde, kam die Bestätigung:
Waschen könne man sich am Brunnen. Kurze Zeit
später waren sie aufgebrochen. Heiner hatte jedem einen
Lunch zubereitet. Er würde zurückbleiben und nötige
Arbeiten verrichten, während Brecht die Gruppe in der
Gegend herumführte und Geschichten erzählte.
Nun sind sie also seit zwei Stunden unterwegs und gleich
würde Brecht Stoller die Pause ausrufen. Sie schnaufen und
keuchen, das pausenlose schwäbische Geplapper ist fast
verstummt. Die Oktobersonne lässt die unsportlichen
Körper dampfen. «I schwiddz wia d’Sau», jappst einer.
Im Schatten einiger Tännchen, wo ein gluckerndes Rinnsaal
sich seinen Weg zwischen Felsen sucht, lassen sie sich nieder.
«So», sagt einer der bayrischen Manager, während er gleichzeitig
in sein Brot mit dieser «subbr Wurschd» beisst:
«Erzählen’s doch mal die Gschicht von den Verschwundenen,
Herr Stollerbrecht.» Brecht hatte sich zum
Vergnügen der Gäste mit «Stoller Brecht» vorgestellt; seither
nennen sie ihn so. «Ja, also, das ging so», hebt Brecht an.
Und dann erzählt er seinen Gästen von der Gegend, von
den Karrenfeldern, in denen man sich bei Nebel so leicht
verirren kann, von den für eine Karstlandschaft typischen
Einsturztrichtern und dem endlosen Höhlensystem, das sich
bis zum Thunersee hinzieht – und er erzählt von den mysteriösen
und ungeklärten Fällen der jüngeren Vergangenheit.
Die Banker sind fasziniert, vergessen das Kauen und merken
nicht mal, wie sich die Nässe in ihre Hosenböden schleicht.
Nach einer halben Stunde bläst Brecht zum Aufbruch. Sie
schultern die Rucksäcke, plaudern und warten auf Jürgen,
der sich kurz ins Gebüsch verzogen hat. Brecht will schon
nachsehen, wo der Jürgen bleibt, als ein Geräusch sie erstarren
lässt. Es ist eine Art Schrei, halblaut nur, aber qualvoll.
Einen Moment lang sitzen sie da, unfähig zu einer
Bewegung. «Nicht schon wieder wir», stöhnt Brecht. Dann
stolpert er los, die Gruppe hinterher. Sie finden ihn schnell.
Jürgen liegt in einer moosigen Senke, sein Kopf ist nach
hinten gebogen, die Augen quellen aus den Höhlen, und der
Strick um seinen Hals ist dick und kurz und fasert an den
Enden aus.

5
Wipf klopft. Im Haus knarren die Dielen unter schweren
Schritten. Es ist bereits sieben Uhr abends. Wipf hatte sofort
nach dem Telefon den Einsatz koordiniert, war ins
Emmental gefahren, hatte den Tatort besichtigt und zusammen
mit Spezialisten und den Kollegen von der Stationären
Polizei in Langnau erste Spuren gesichert. Der Tote war
unterwegs zum Gerichtsmediziner. Wipf ist zwar erschöpft
von der Wanderung, aber er will jetzt und hier im Stägetrittli
die ersten Verhöre führen. Er will mit den Gästen reden, mit
den beiden Brüdern und mit einigen ganz bestimmten
Leuten aus der Gegend, mit denen er schon bei den letzten
Fällen zu tun gehabt hat. Wipfs Männer sind bereits unterwegs.
Die Schritte stoppen hinter der Tür. Dann wird sie
geöffnet. «Guten Abend Wipf, sei willkommen», sagt
Stollerbrecht. «Willkommen, Wipf», echot Stollerheiner aus
der Stube. Wipf nickt, geht durch die Küche ins Wohnzimmer
und setzt sich an den dunklen, massiven Holztisch.
Hinter dem Tisch, auf der langen Eckbank, sitzen die Gäste
der Stollers. Wipf mustert die Männer. Sie wirken verstört,
und das schwache gelbe Licht der Deckenlampe lässt ihre
bleichen Gesichter noch käsiger erscheinen. Es ist still im
Raum, nur eine fette Fliege surrt um den Lampenschirm, auf
dessen Stoffbezug das karierte Muster kaum mehr zu erkennen
ist.
«Zum dritten Mal trifft es uns; du musst das jetzt aufklären,
Wipf, sonst laufen uns die Leute davon», klagt Brecht.
Davonlaufen würden sie, wenn er das nicht aufkläre, jammert
Heiner.
«Das kann so nicht weitergehen, Wipf!»
Das könne es wirklich nicht, sonst…
«Sonst?» Wipf schaut Heiner an. Der blickt fragend zu
Brecht.
«Sonst können wir hier zumachen.»
Zumachen werde man müssen, nickt Heiner.
Wipf verzieht das Gesicht. «Immerhin ist die Gegend auch
bekannt geworden wegen der Mordfälle. Also hört auf zu
klagen.» Brecht ist empört: «Hast du den halb verbrannten
Schuppen gesehen?» Genau, ob er sich geachtet habe, nickt
Heiner heftig. «Das war vor wenigen Tagen», erklärt Brecht.
«Ich zähle schon gar nicht mehr, wie viel uns kaputt gemacht
wurde. Irgendwer will uns böse.» Da sei jemand gegen sie
eingestellt, unterstreicht Heiner. Wipf erinnert sich: Es gab
immer schon kleinere Anschläge auf die Gebrüder Stoller.
Scheiben wurden eingeworfen, Hühner umgebracht, einmal
traf ein Stein Heiners Kopf. Die Anschläge waren nie geklärt
worden. Die letzten, wie auch diesen Brandanschlag, hatten
Stollers nicht mal mehr angezeigt. Ihr Vertrauen in die
Polizei war erschüttert.
Als Nächstes hört Wipf sich an, was die deutschen
Gäste erzählen, doch viel mehr als Kopfschütteln und
Stottern kommt nicht aus den verwirrten Männern raus.
Immer wieder flüstert einer: «I kanns net glauba, welch a
Malör!»
Als Brecht seine Version des Erlebten gerade abschliesst,
klopft es erneut. Zwei Uniformierte bringen eine wütende
Frau herein. «Auch das noch», stöhnt Brecht, die habe grad
noch gefehlt. «Ja, die fehlte noch», stöhnt Heiner mit.
Elisabeth Grüter ist die Nachbarin der Stollers, etwa 60,
betreibt mit ihrem Mann mehrere hundert Meter entfernt
einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb. «Grüterlise» wie
sie hier jeder nennt, ist eine unangenehme Person. Stets
schlecht gelaunt und immer bereit, den Nächstbesten zu
beschimpfen, wofür sie nie einen Grund benötigt, findet sie
auch an den Stollerbrüdern nichts Gutes. Den geschäftlichen
Erfolg mag Grüterlise den beiden erst recht nicht gönnen.
Neid und Groll haben ihr Gesicht geformt, das von einem
überaus wuchtigen Kinn und grossen Zähnen dominiert
wird. Schon bei den ersten Fällen stand Grüterlise unter
dringendem Tatverdacht, doch man hat ihr und ihrem
unscheinbaren Mann nichts nachweisen können. Diesmal
sieht es anders aus.
Wipf zeigt ihr ein Päckli Original Krumme der Marke
Villiger. «Das hat man heute bei Ihnen zu Hause gefunden.
Stummel dieser Marke fanden wir auch in der Nähe der
Tatorte, sowohl heute wie bei den letzten Fällen.» Die Frau
schreit auf: «Na und? Die raucht hier jeder! Auch ich! Auch
mein Mann! Was beweist das schon? Ausserdem bin ich
längst nicht die Einzige, die die Brüder da nicht riechen
kann», schnaubt sie und fixiert Heiner und Brecht, die in der
dunklen Ecke an der Wand stehen. Es sei Zeit, dass sie hier
verschwänden, alle beide und dieses Pack dazu, zischt die
Frau, und die Gäste ducken sich unter dem giftigen Blick.
«Was für a Beisszang», flüstert einer der Schwaben. Wipf
denkt nach. Die Frau ist grundböse. Ihre Erbsubstanz
musste eine endlose Abfolge von Sauerteigmolekülen sein.
Aber ob sie auch gleich Leute umbringt? «Es ist doch klar,
dass die Grüterlise hinter unseren Gästen her ist», brummt
Brecht. Warum er, Wipf, denn immer noch zögere sie mitzunehmen?
Ja, was es da zu zögern gebe, doppelt Heiner nach.
Wipf hebt leicht den Kopf. Da war etwas. Ein Hauch nur,
kaum wahrnehmbar. Irgendetwas war gesagt worden. Oder
war es etwas anderes? Wipf versucht es zu fassen, doch es ist
weg. Eindringlich mustert er alle Anwesenden. Im Raum
hört man nur das leise Ticken der Sumiswalder Pendule und
das empörte Schnauben der Frau. Wipf will grad die nächste
Frage stellen, da klopft es erneut.

6
Zufrieden steht er auf. Das war leicht gewesen. Sein Opfer
war so überrascht, dass es nicht mal mehr die Hände an den
Strick bekommen hat. Ruckzuck, zugezogen, und dann hat
der Mann nur noch gezappelt. Er kichert. Das würde wieder
eine Aufregung geben. Er wirft noch einen Blick hinunter,
wo die Deutschen fassungslos um ihren toten Kollegen her-
umstehen. Dann steht er geräuschlos auf und macht sich auf
den Weg.

7
Zwei Uniformierte bringen einen zotteligen, bärtigen Mann
herein. Das ungepflegte Äussere lässt ihn älter erscheinen als
die 35, die er inzwischen zählen müsste. Wipf kennt ihn.
Josef Weinbauer heisst er ursprünglich, aber das weiss kaum
mehr jemand. Die Emmentaler haben die Eigenart, den
meisten Mitmenschen einen Ãœbernamen zu verpassen, der
sie unverwechselbar identifiziert, eine Art linguistischen
Stempel. Als Vorlagen dienen etwa der Name des Betroffenen,
hervorstechende Charakterzüge oder auch der
Flurname jenes Fleckens Erde, auf dem sein Heim steht.
Auch Weinbauer wurde tätowiert und heisst, seit er vor
vielen Jahren eingewandert ist, schlicht und einfach
«Schratte-Chutz». Nun steht er wieder vor Wipf. Wie
Grüterlise gehört auch der Schratte-Chutz in beiden Fällen
zum Kreis der Verdächtigen. Grüterlise fährt aus ihrer Ecke
hoch, um den Chutz zu beschimpfen, denn von ihm hält sie
noch weniger als von den Stollerbrüdern, weil er von ein
paar Ziegen und Kräutern lebt, den ganzen Tag Tiere beobachtet,
in Büchern liest und sich von den Menschen fernhält;
ein Aussteiger, der seine Ruhe gesucht und gefunden
hat. Wären da nicht die zunehmenden Touristengruppen,
die im Gebiet herumtrampeln. Wipf heisst die geifernde
Frau mit einer scharfen Handbewegung ruhig zu bleiben
und sich wieder hinzusetzen. Der Schratte-Chutz flüstert
hinter dem fettigen Bart hervor: «Ich habe damit nichts zu
tun, ich war den ganzen Tag zu Hause.»
Wipf lässt einen weiteren Stuhl bringen. Der Schratte-Chutz
nimmt ihm gegenüber Platz, die Polizisten bewachen den
Ausgang. Wipf schaut zur schweren Pendule an der Wand.
Schon weit nach halb neun. Die Deutschen sitzen wie ausgestopft
am Tisch, an dessen oberen Ende hockt die Grüterlise,
und die Stollerbrüder lehnen im Hintergrund an der Holzwand.
Die Gesellschaft wartet; es wird stickig in der Kammer,
Wipf brummt der Schädel. Noch einmal schaut er in die
Augen des Gegenübers, die glasig wirken. Dann fängt er an.
«Wir haben deine Fussspuren beim Tatort gefunden», sagt er
zum Chutz.
«Was? Wo? Nein, das war nicht ich! Ich sagte doch: Ich war
nicht dort.»
«Es sind deine Sohlen; es besteht kein Zweifel.»
«Ich war gestern oder so dort oben!»
«Im Moosboden verschwinden Spuren rasch. Die Abdrücke
sind von heute. Du warst dort.»
«Ich…»
«Der Schratte-Chutz», brummelt Brecht, «das hätte ich nun
wirklich nicht gedacht.»
Heiner schüttelt betrübt den Kopf. Nein, das habe man
nicht erwartet.
«Ich bring doch keine Touristen um, nur weil sie mich nerven
», heult der Chutz auf.
«Du hast gelogen. Du warst heute dort», sagt Wipf.
«Nur zufällig. Ich habs gesehen, wie sie um den Toten standen,
dann bin ich weggerannt.»
«Ach.»
« Niemand hätte mir geglaubt, ich musste weg.»
«Und das da?» Wipf klaubt ein zerknülltes, längliches Päckli
aus seinem Mantel.
Der Chutz schaut verständnislos.
«Die fanden meine Kollegen bei dir zu Hause. Reste eines
solchen Stumpens lagen am Tatort, nicht nur heute, sondern
auch die letzten Male.»
Der Schratte-Chutz schüttelt nur noch den Kopf.
«Du hasst die Leute, die deine Ruhe stören.»
«Ja.»
«Du konntest nicht mehr anders; etwas trieb dich, es zu tun.
Ich verstehe dich.»
«Was verstehst du? Ja, ich würde sie gerne alle verjagen, aber
ich bringe niemanden um.»
«Ich hätte auch schon fast welche umgebracht», sagt Wipf
und denkt an die Salatköpfe.
«Ich bin kein Mörder.»
«Vielleicht kein Mörder. Aber du nimmst Medikamente und
du rauchst alles, was brennt. Du nimmst Halluzinogene und
du hast auch jetzt noch einen halben Rausch: Hast du dich
immer im Griff?»
Der Blick des Chutz flackert. «Ich…»
Die dicke Luft in der Kammer vibriert. Keiner bewegt sich.
Als könnte jede Regung die Wahrheit verscheuchen, die verstohlen
um die Ecke zu blicken scheint. In diesen
Augenblick der vollkommenen Starre und Stille kracht ein
Kanonenschuss. Alle zucken zusammen und fahren auseinander.
Dann schauen sie zur Wand, wo die Pendule ihren
Stundenschlag in die Stube schleudert.
Es klopft erneut. Ein Polizist tritt ein, geht zu Wipf, flüstert
ihm etwas ins Ohr. Wipf nickt, und der Beamte legt etwas
auf den Tisch. Es ist ein Stück Strick, abgeschnitten, ausfasernd
an den Enden.
Der Schratte-Chutz scheint zu schrumpfen. «Woher habt ihr
das?»
«Gehört es dir?»
«Ja, das ist mein Seil. Was ist damit?»
Wipft beugt sich über den Tisch und sagt ganz leise: «Jetzt
wirst du unverschämt. Mit so einem Strick hat man heute
den deutschen Touristen erwürgt.» Wipfs Stimme wird lauter:
«Du warst dort oben, es ist dein Strick, und du hast
immer noch ein Flash! Du kommst da nicht mehr raus,
Chutz!» Ein Schluchzen geht durch den mageren Mann.
«Ich weiss nichts, ich weiss nicht, was ich tat. Glauben Sie
mir, ich weiss nicht, was ich getan habe», wimmert er.
Wipf nickt. «Und wo hast du den Kegler versteckt?»
«Den Kegler?»
«Vor zwei Jahren», brüllt Wipf und hämmert die Faust auf
den Tisch. «Die Gruppe war auch hier, und einer verschwand.
Also?»
«Ach der. Der liegt in einem Karstschlund, 150 Meter vom
Heidenloch entfernt.»
Bleierne Stille legt sich über die Kammer.
«Das reicht vorerst.» Wipf schaut in die Runde. Er werde den
Schratte-Chutz mitnehmen, aber bewiesen sei noch nichts
und deshalb hätten sich alle zur Verfügung der Polizei zu
halten. Da schält sich Stollerbrecht aus dem Halbschatten.
«Zum Glück ist das nun aufgeklärt; wir hätten hier ja keine
ruhige Minute mehr gehabt», sagt er und schüttelt Wipf
dankbar und kräftig die Hand. «Keine ruhige Minute, gar
keine mehr», bestätigt Heiner und greift sich Wipfs andere
Hand. Wipf nickt kurz, löste sich von den Hände schüttelnden
Brüdern und will sich von den Deutschen verabschieden.
In diesem Moment ist es wieder da. Nur kurz. Ein
Hauch, ein Gefühl. Etwas tippt an das Räderwerk in seinem
Hirn, aber es ruckelt nur, kommt nicht in Fahrt, stockt schon
wieder. Wipf konzentriert sich, versucht es festzuhalten,
doch es entgleitet ihm. «Isch was?», fragt einer von Toiber’s
Wanderbua, dessen Hand in der Leere schwebt. Wipf drückt
dem Mann geistesabwesend die Rechte und geht zur Tür.
Die Polizisten nehmen den Schratte-Chutz in die Mitte.
Brecht und Heiner begleiten sie hinaus, die anderen drängeln
hinterher. «Als Nächstes wär der sicher auf mich los»,
giftelt die Grüterlise. Und ein Wanderbua tuschelt mit dem
anderen: «Da haben wir en Haufa zu erzähla drhoim.»

8
Die drei Polizisten und der Schratte-Chutz machen sich auf
den Weg hinaus in die Dunkelheit, hinunter ins Tal. Kurz
bevor sie hinter einem Hügel verschwinden, schaut Wipf
noch einmal zurück. Im schummrigen Licht der
Aussenlampe stehen die Stollers, die Grüterlise und die verbliebenen
sieben Wanderbua. Brecht lächelt dankbar. Wipf
winkt ihnen zu, dreht sich ab und bleibt abrupt stehen. Da
ist es wieder, dieses Gefühl. Er hat etwas gesehen. Wipf
konzentriert sich, taucht ab, greift sich den Gedankenhauch.
Diesmal will er ihn nicht entwischen lassen. Und plötzlich
weiss er, was es ist. Er schaut zu seinen Kollegen, die ebenfalls
angehalten haben und ihn fragend ansehen. «Los, weiter
», sagt Wipf. Nach etwa zehn Minuten befiehlt Wipf den
drei Begleitern, hier auf ihn zu warten, die Taschenlampen
auszumachen und ruhig zu sein. Er habe noch etwas zu erledigen.

9
Er sitzt auf einem Grashügel nahe beim Haus und hält das
Streichholz an den Krummen. Zufrieden schaut er ins Tal.
Die Polizei ist weg, mitsamt dem Täter in der rabenschwarzen
Nacht verschwunden. Nun würde Ruhe einkehren. Die
Glut knistert. Er hört Schritte. Aus dem Dunkel kommt
Brechts Stimme.
«Gut, haben sie den geschnappt.»
Er nickt. Ja, gut sei das.
«Sonst hätte Wipf womöglich noch uns verdächtigt, bei dem
weiss man ja nie.»
Er nickt erneut. Man könne wirklich nie wissen bei dem.
«Heiner, mit wem sprichst du da?» Er sieht sich verwirrt um.
Das war wieder Brechts Stimme, aber aus einer anderen
Richtung. «Heiner!» Brecht taucht aus der Dunkelheit auf.
«Du hast grad mit jemandem gesprochen.» Heiner nickt. Ja,
das habe er. Mit ihm, Brecht. Die beiden Brüder schauen
sich verständnislos an. Da erscheint die rundliche Silhouette
des Polizisten. Heiner bringt den Mund nicht zu. Brecht
lächelt: «Etwas vergessen?» Wipf nickt. Er sieht, was er sehen
wollte. Was ihn die ganze Zeit gequält hat. Es sind die
Zähne. Obwohl Zwillinge, haben die Brüder völlig unterschiedliche
Zähne: Bei Brecht sind sie auffallend weiss, bei
Heiner auffallend gelb. Heiner raucht. Und Wipf sieht, dass
Heiner die gleichen krummen Stumpen raucht, die bei
Grüterlise und dem Schratte-Chutz gefunden worden sind.
Schade nur, dass Brecht zu früh erschienen ist; gerne hätte
Wipf noch ein bisschen als «Brecht» mit Heiner geplaudert,
wenn man Gespräche mit Heiner so nennen kann.
«Ja, ich habe etwas vergessen», wiederholt Wipf. «Ich möchte
wissen, seit wann du diese Marke rauchst, Heiner.» Sofort
will Brecht antworten, aber Wipf schneidet ihm mit einem
Blick das Wort ab. Täuscht er sich oder hat er in Brechts
Augen für einen winzigen Moment einen lauernden
Ausdruck entdeckt? Wipf wendet sich Heiner zu. «Schon
lange?» «Ja», nickt Heiner, «schon sehr lange.» Wipf deutet
auf die leere Schachtel. «Ich hoffe, es gibt bald neue.» Heiner
nickt freudig: Er bekomme bald neue, das sei sicher. «Von
deinem Bruder.» Ja, von Brecht, das sei schon immer so
gewesen. Ein langer Satz war das für Heinersche Verhältnisse,
dazu noch mit eigenständiger Ergänzung. An den
Krummen musste Heiner viel liegen. «Dann ist es ja gut»,
sagt Wipf. Insgeheim flucht er. Ich komme nicht weiter.
Aber was hatte er sich eigentlich davon versprochen? Was
sollen die Zähne auch beweisen? Brecht klaubt eine dieser
typischen länglichen Schachteln aus seiner Brusttasche und
reicht sie Heiner. «Das war alles; schönen Abend noch»,
murmelt Wipf, dreht sich ab und will in der Nacht verschwinden.
Da heult eine Stimme auf.
«Eine? Du hast mir zwei versprochen, wenn ich es wieder
tue! Du hast es mir versprochen. Schon für den Kegler
bekam ich nur eine!»
Wipf bleibt wie vom Donner gerührt stehen. Das war
Heiner. Der Mann, der nie von sich aus spricht.
Wipf dreht sich langsam um. Und sieht in das bleiche
Gesicht von Brecht.

10
Er macht den Krummen bereit. Das altbekannte Glücksgefühl
macht sich breit. Gleich würde er ihn anstecken können.
Ja, er hätte wohl nicht gleich so wütend werden sollen.
Aber Brechts Geiz ist ihm schon lange auf den Wecker
gegangen. Und als ihm Brecht in jener Nacht nur eine statt
wie versprochen zwei Packungen gegeben hat, ist er halt ausser
sich gewesen und hat auch mal etwas gesagt. Das kam
nicht gut. Irgendwie hat der Wipf etwas geschnallt. Der hat
ihm Satz für Satz gesagt, was er und Brecht getan hatten.
Was blieb ihm, Heiner, anderes, als das zu bestätigen? Dass
er im Auftrag von Brecht die Leute umgebracht hat. Dass er
auch den Kegler erschlagen und versteckt hat, dort, wo später
der Schratte-Chutz drauf gestossen war, aber aus Angst
vor der Polizei niemandem etwas zu sagen wagte. Dass all
die kleinen Anschläge selbst gemacht waren. Zwar ist Brecht
wütend auf ihn geworden, weil er alles bestätigte, was der
Polizist wusste. Oder hat der am Ende gar nichts gewusst?
Egal. Die Leute haben die Abenteuer bekommen, die sie
wollten! Und sie kamen in Scharen! Er kichert. Schliesslich
haben er und sein Bruder nur getan, was Tourismusveranstalter,
Behörden und all die, die es besser wissen, seit
Jahren predigen: Innovativ sollten sie sein, die Bauern.
Innovativ! Dieses Wort hat ihm immer gefallen. Er dreht
den Krummen in den Fingern. Er und Brecht waren innovativ.
Schade, hat das der Richter anders gesehen. Er zuckt die
Schultern, nimmt eine Schachtel Streichhölzer hervor und
lächelt. Gleich würde er seinen Bruder sehen. Er sitzt in der
Zelle neben ihm.
Die Tür geht auf, und ein Uniformierter schaut herein: «Es
ist drei Uhr und schönes Wetter, Heiner; höchste Zeit für
den Spaziergang im Hof.»
Ja, nickt Heiner, höchste Zeit sei es.

Übrigens: Wer sich die Geschichte ausdrucken möchte, findet unter landverlag.ch das PDF zum Downloaden.

Text: Verena Zürcher, Bild: Cornelia Jost/zvg



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