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Die Erfolgsgeschichte der Emmentaler Liebhaberbühne

15.12.2015 | von: Emmental | Tags: Emmental News, Leben im Emmental, Tradition, Veranstaltungen | 0

Um es vorweg zu nehmen, ich bin ein Theaterfan! Sei es eine Komödie, gespielt von einer Theatergruppe eines Vereins auf dem Land oder eben die Vorstellungen der Emmentaler Liebhaberbühne. Am liebsten sitze ich in der ersten Reihe und lasse mich gefangen nehmen von den Details der Handlungen, der Mimik der Schauspieler und den vielen kleinen Dingen, die neben dem Hauptschauplatz „passieren“.

"Herr Puntila und sein Knecht Matti" von Bertolt Brecht Mundartfassung von Frank Gerber, nach einer Vorlage von Rudolf Stalder Gespielt von der Emmentaler Liebhaberbühne Premiere am Freitag, 30.10.2015 im Casino Theater, Burgdorf Regie: Ulrich Simon Eggimann

Im Jahre 1960 gründete eine theaterbegeisterte Gruppe von Laiendarstellern, hervorgegangen aus dem Arbeiter-Männerchor Hasle-Rüegsau, die Emmentaler Liebhaberbühne. Damit begann eine Erfolgsgeschichte. Heitere und ernste Stücke, aus der Weltliteratur ins Berndeutsche übersetzt, kommen abwechselnd mit emmentalischen Stoffen zur Aufführung. Bezüglich Qualität gilt ein strenger Maßstab. Vom Bühnenbild über Kostüm und Maske bis zur Technik muss alles bis ins Detail stimmen. Seriöses Theaterhandwerk und Spielfreude bringen die Laienschauspielerinnen und -schauspieler unter professioneller Regie zu Höchstleistungen. Bereits 16 Stücke wurden vom Schweizer Fernsehen aufgezeichnet.

Herr Puntila und sein Knecht Matti
Den Mut, nebst den traditionellen – im Emmental wohlbekannten Theaterstücken von Gotthelf, Gfeller usw. – auch moderne bzw. modernisierte Theater ins Programm aufzunehmen, schätze ich sehr. So gelangt in diesem Jahr ein Stück von Bertold Brecht (1898 – 1956), dem wohl einflussreichsten deutschen Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts, unter der Regie von Ulrich S. Eggimann zur Aufführung.

Puntila – ein Mensch, der in nüchternem Zustand ein brutaler Ausbeuter ist und unter Alkohol zum Menschenfreund wird. So verlobt er sich im Rausch mit vier Bräuten, holt Arbeiter auf seinen Hof und verspricht seinem Chauffeur Matti die Hand seiner Tochter Eva. Wieder stocknüchtern, löst er eiligst seine Heiratsversprechen, jagt die Bräute vom Hof, setzt die Arbeiter auf die Strasse und gibt Eva einem schmierigen Attaché. Sein Chauffeur Matti passt sich zunächst den wechselhaften Stimmungen seines Herrn geduldig an. Als ihm der wieder einmal sternhagelvolle Puntila seinen halben Wald schenken möchte, wendet er sich von seinem Gebieter ab und wird sein eigener Herr.

Weitere Informationen zum aktuellen Theaterstück der Liebhaberbühne, Veranstaltungsdaten und Reservationsmöglichkeiten finden Sie unter folgendem Link: www.elb.ch.

Text: Therese Sommer
Bilder: © Patrick Pfeiffer



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