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Wo Kleinmöbel ein zweites Leben erhalten

11.05.2017 | von: Christian Baertschi | Tags: Emmental News | 0

In Langnau, nahe dem Spital, betreibt Doris Hofer ihre Aufmöblerei. Ihre Mission ist das Renovieren, Verschönern und damit auch das Erhalten alter, ungebrauchter Möbel. Ihre «Patienten» pflegt sie mit Schleifpapier, Acrylfarben, Schablonen und viel Liebe zum Detail. Ganz besonders freut sich die begeisterte Handwerkerin, wenn sie Erbstücke so herrichten kann, dass sie wieder mit Freude benutzt werden.

Doris Hofer mit einer Auswahl an Farben und Mustern.

Doris Hofer mit einer Auswahl an Farben und Mustern.

Nr. 1 steht im Badezimmer von Familie Hofer. Ein schmuckes Kästchen, welches Doris Hofer mit viel Liebe abgeschliffen, neu bemalt, mithilfe von Schablonen verziert und wieder in Gebrauch genommen hat. Das alte Möbel hatte irgendwie ihr Mitleid und ihren Ehrgeiz geweckt und wurde von ihr wieder aufgemöbelt. Aus diesem eher zufälligen Beginn entstand die Aufmöblerei. Seither rettet Doris Hofer alte, ungenutzte Möbel vor dem Sperrmüll. Manchmal erhält sie restaurierungswürdige «Patienten» von Bekannten, findet diese am Strassenrand oder kauft auch mal online ein Kleinmöbel, doch meistens bringen ihre Kunden die Möbel gleich selbst vorbei. Auch im Wohnhaus der Familie Hofer sind einige aufgemöbelte Kleinmöbel im Einsatz. So hat beispielsweise ein altes Pendeluhrgehäuse ein neues Leben als Handy-Aufladestation erhalten. Aussen im schicken Rot, erstrahlt das Kästchen innen im leuchtenden Pink. «Ich mag es, dem Innenleben eine kräftige, positive Farbe zu verleihen», erklärt Hofer. «Das Öffnen solcher Möbel bereitet somit immer wieder aufs Neue Freude.» Auch der runde Tisch im heimischen Wohnzimmer wurde in der hauseigenen Werkstatt hergerichtet. Ihre Fertigkeiten beim Renovieren alter Möbel hat sie sich zu einem grossen Teil selbst beigebracht. Wenn sie etwas Neues ausprobiert, nutzt sie das betreffende Möbel in der Regel für sich selbst. Erst, wenn eine neue Arbeitstechnik oder eine neue Farbe erprobt und für gut befunden wurde, wird sie auch für Kundenprojekte eingesetzt. Doris Hofer profitiert auch davon, dass sie während ihrer Ausbildung zur Innenausbauzeichnerin unter anderem auch Schreinerarbeiten erledigen musste.

Neuer Glanz für alte Möbel

«Meistens haben meine Kunden schon eine ungefähre Vorstellung bezüglich der Farbe und möglichen Verzierungen», erzählt Doris Hofer. Ab und zu lassen sich ihre Kunden aber auch direkt in der Werkstatt inspirieren und wählen zum Beispiel dasselbe Türkis, welches die begeisterte Handwerkerin gerade für ein anderes Möbel verwendet hat. Zuerst wird ein aufzufrischendes Möbel jeweils mit der Schleifmaschine abgeschliffen, danach trägt Doris Hofer eine Grundierung auf. Falls eine dunkle Farbe vorgesehen ist, ist diese grau, sonst weiss. Anschliessend flickt sie allfällige Löcher. Danach bemalt die kreative Frau das Möbel mit Acrylfarbe. Oft trägt sie zwei bis drei Farbschichten auf, um eine schöne, deckende Oberfläche zu erreichen. Danach trägt sie mittels Schablonen und mit sorgfältigen Pinselstupsern kunstvolle Muster auf und ersetzt fehlende oder abgenutzte Knäufe. Bei der Beschaffung von Knäufen und Schablonen kann sie auch auf die Hilfe von Bekannten und Verwandten zählen, die in Grossbritannien und Deutschland leben. «Das ist für mich ideal, denn so kann ich aus einer breiteren Palette an Mustern und Knäufen schöpfen», freut sich Doris Hofer und grinst. Dank dieser Freude und dem damit verbundenen Herzblut werden sicher noch zahlreiche alte Möbel in ihrer Werkstatt ein zweites Leben erhalten.

www.aufmoeblerei.ch

Text und Fotos: Christian Bärtschi

Aufgemöbelt fürs Wohnzimmer: ein runder Tisch.

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Vom Uhrenkasten zur praktischen Handy-Aufladestation.

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Griffe und Knäufe aus aller Welt.

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Ein Kleinmöbel erhält einen neuen Anstrich und ein zweites Leben.

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Ein schmuckes Nachttisch-Duo in Hellblau.

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Möbel Nr. 1 steht bis heute im heimischen Badezimmer. (Bild: Familie Hofer)

Möbel Nr. 1 steht bis heute im heimischen Badezimmer. (Bild: Familie Hofer)

 



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