Das emsige Treiben der Emmentaler Bauern und Forstleute

Wenn man so über die winterliche Landschaft blickt, könnte man meinen, dass unter der Schneedecke alles ruht. Ein Blick in die Emmentaler Wälder zeigt: Die Arbeiten ruhen nicht. Fast in jedem Wald wird derzeit geholzt. Auf dass der gut gepflegte Plenterwald gedeihen und den Stürmen trotzen kann.

Die Emmentaler Wälder sind bekannt für ihre Mischkultur. Weiss- und Rottannen, allerlei Laubgehölz und gesunder Jungwuchs zeichnen die Wälder aus. Für die meisten von uns sind sie Erholungsgebiet. Für die Tiere Lebensraum und Schutz. Dass ein Forst aber gut in Form ist, ist den Menschen zu verdanken, welche sich seit Jahren um die Wälder kümmern.

Im Emmental sind die meisten Wälder in Privatbesitz – werden also von den Landwirten bewirtschaftet. Einige gehören seit jeher dem Staat und werden von Forstunternehmen gepflegt. Oft sind die Wälder steil, das Holzen birgt Gefahren, ist Schwerstarbeit. Seit Herbst hört man wieder das Surren der Motorsägen, das Krachen von stürzenden Tannen – und das Brummen der Traktoren. Mit Pferdestärken im Kummet wird heutzutage kaum mehr Holz befördert. Aber längst nicht jeder Wald ist so gut zugänglich, dass mit schweren Maschinen gearbeitet werden kann. Emmentaler Holzer sind Schwerarbeiter, zähe Burschen, die zum Wohle des Lebensraums nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzen. Natürlich ist der Wald auch ein Wirtschaftszweig. Ob Bau- oder Brennholz: Würde man den Stundenlohn ausrechnen, wir bräuchten keine Abzockerinitiative.

In unserem Album finden Sie ein paar Eindrücke.

Übrigens: Auch wenn Pferde beim Holzen nur noch selten im Einsatz sind: Immer wieder gibt es Veranstaltungen, wo sich die „Holzrücker“ mit und ohne Pferd an Wettbewerben messen.
Text und Bilder: Verena Zürcher/Archiv Hans Zürcher

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