Das Rennen der Wagemutigen

Am kommenden Samstag ist es wieder soweit: Der Hornschlitten-Club Schangnau lädt zur Abfahrt. Die Wagemutigen am Start werden sich in der engsten Heimat von Skistar Beat Feuz ein spannendes Rennen liefern. Die Gäste können sich auf ein besonderes Spektakel freuen.

Die klobigen Holzschlitten - oder eben Hornschlitten - sind ein Gefährt aus vergangen Zeiten. Früher gab es keine Bauernfamilie, die nicht mindestens einen Hornschlitten besass. Heutzutage werden die kunstvoll gefertigten Holzgefährte kaum noch benutzt, um Waren oder Menschen zu transportieren. Dafür macht es umso mehr Spass, mit den Schlitten einen steilen Abgang herunter zu donnern - aus Spass. Und aus Freude am Wettkampf, am Ungewöhnlichen.

Laut Wikipedia gibt es zum Hornschlitten zu sagen: „ Der Hornschlitten (auch Horner oder Horen) ist ein spezieller Schlitten und war ursprünglich ein Arbeitsgerät (winterliches Fuhrwerk) der Bergbauern, die damit ihr Heu von abgelegenen Alphütten ins Tal transportierten oder geschlagenes Holz zum Hof beförderten; seit Jahren jedoch wird der Hornschlitten meist nur noch für sportliche Wettbewerbe und als Dekoration verwendet. Seinen Namen hat der Hornschlitten von den vorn nach oben verlängerten Kufen, die zum Lenken und Schieben des Schlittens und als Haltegriffe dienen. Gelenkt wird der Schlitten durch Druck und Zug auf diese Hörner, wodurch der Rahmen leicht verzogen wird, was sich auf die Laufrichtung der Kufen auswirkt. Zusätzlich wird er mit den Füssen im Schnee gesteuert und gebremst. (…) Der Hornerschlitten lässt sich von einer Person führen, die vorne zwischen den Hörnern Platz nimmt. Schwerere Bauarten sind für zwei Mann Besatzung ausgelegt, vorne der Lenker und hinten der Bremser.“

Wer sich das alles in natura ansehen will, geht am Samstag am besten nach Bumbach bei Schangnau. Das Rennen startet um 13 Uhr, erwartet werden rund 80 Teilnehmer. Der Anlass wird seit 1996 durchgeführt – und erlebte vor einigen Jahren den Höhepunkt. In den letzten Jahren traten immer weniger Schlittenfahrer zum Start an – und auch das Publikum wurde kleiner. Zeit also, dass dem witzigen Anlass am Samstag wieder etwas mehr Beachtung geschenkt wird.
Übrigens: Es ist nicht etwa eine „Schangnauer-Idee“, solche Rennen durchzuführen. Auch in der übrigen Schweiz, in Deutschland und Österreich sind solche Rennen beliebt – und selbst eine Europameisterschaft gibt es davon.

Text: Verena Zürcher, Bilder: Tourismus Schangnau/Wikipedia

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