Die bunten Steine des Emmentals

Fast so bunt wie die Schmetterlinge im Napfgebiet sind die Gerölle, die sich in der Emme und ihren Zuflüssen finden.

Mit jedem wärmenden Sonnenstrahl schweben nicht nur mehr Schmetterlinge und andere Insekten durch die Luft. Es zieht die Menschen auch zunehmend ans Wasser. Verweilen, Feuer machen, Würste braten, spielen, baden: Sobald es richtig warm wird, werden die Bette der Emme und Ilfis und den anderen zahlreichen Bächen im Emmental von Heerscharen bevölkert, welche die Ruhe und pure Natur suchen. Wer dabei durchs Wasser watet, findet hierzulande jede Menge spannender Gerölle, die in fast allen Farben schimmern. Sie sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit und erzählen Geschichten. Wenn man sie zu deuten vermag.

Roter, grüner und rotgrüner Granit, Habkerngranit, Kalkstein, Radiolarit, Quarzit, Serpentinit, Rhyolith, Ignimbrit, Diorit: Die mittelländische Nagelfluh und damit auch das Bett der Emme enthalten eine vielfältige Sammlung von farbigen Geröllen. Ihr Ursprung blieb lange ungeklärt, denn man findet diese Gesteine in den Berner Alpen nirgends anstehend. Erst die in neuerer Zeit von den Geologen entworfene und später auch nachgewiesene Deckentheorie erklärt, dass die meisten Gerölle aus höheren, heute abgetragenen alpinen Stockwerken (Ostalpine- und Penninische Decke) stammen.

Exkursionen mit Peter Andres

Diese Zusammenfassung über die Steine des Emmentals stammt von Peter Andres aus Signau. Der pensionierte Lehrer hat sich an der Uni Bern in Geologie weitergebildet und leitet Exkursionen und Streifzüge durchs Emmental, hält Vorträge und hat schon einige Publikationen zum Thema verfasst.. Eben hat er eine Website aufgeschaltet, wo er seine Angebote feilbietet. Wer es also genau wissen will, welche geheimnisvollen Brocken sich da im Wasser versammelt haben, sucht am besten beim ihm Rat.

Übrigens: Das aktuelle Heft „Wandermagazin Schweiz“ widmet sich der grossen und der kleinen Emme. Abgebildet sind auch ein paar Bilder meiner Serie „Emmentaler Edelsteine“. Auf Grund der Verzerrung durch Licht und Wasser lassen sich die Steine auf den Bildern selbst vom Profi nicht mehr eindeutig identifizieren. Sie sehen aber einfach hübsch aus.

Text und Bilder: Verena Zürcher
www.landverlag.ch

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