Die schwarze Spinne - Sonderausstellung im Gotthelf Zentrum in Lützelflüh

Die Geschichte – sie ist wohl Gotthelfs berühmteste Novelle – beginnt an einer Taufe auf einem prächtigen Emmentaler Bauernhof: Ein alter, dunkler Fensterpfosten, ein «Bystal», zieht die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich – der Grossvater muss wohl oder übel die Geschichte um den Bystal erzählen!
Eingebettet in eine Rahmenhandlung, der Beschreibung eines prächtigen Tauffestes, erzählt Gotthelf eine alte Vokssage über die Pest  im Mittelalter (als schwarze Spinne dargestellt) und das Böse an sich. Dieses Böse ist in einem Pfosten verpflockt, wer den Pflock aus dem Balken zieht, das Böse freilässt, und welche Folgen das hat, erleben die Besucher des Gotthelfzentrums anhand einer Sonderausstellung hautnah:

Nicht nur die Geschichte, sondern auch schaurig-schöne Holzschnitte von Bruno Gentinetta, düstere Landschaftsbilder und ein Original Bystal (Bistel, Bistu), ein Pfosten mit einem Loch, welches bestens mit einem Holzpropfen verzäpft ist. Hinter dem Propfen versteckt sich das Böse, gut eingeschlagen in den Pfosten, und dennoch täglich mahnend.

 

Ein Ausflug ins Gotthelf Zentrum in Lützelflüh lohnt sich immer. Am besten verbinden Sie den Besuch mit einer Wanderung durch die wunderbare Emmentaler Landschaft. Sei es entlang der Emme oder vorbei an den Schauplätzen am Münneberg, wo die Buchen für den Schattengang   geschlagen wurden, dem Kirchstalden oder der runde Tisch im Bären Sumiswald (www.baeren-sumiswald.ch), wo die Überlebenden der Pest Platz gefunden haben sollen (...die sämtliche erwachsene Mannschaft aber Platz hatte an dem berühmten Scheibentische, der jetzt noch im Bären Sumiswald zu sehen ist...) oder auf Bärhegen, wo die Trutzburg des Hans von Stoffeln gestanden haben soll. Wandervorschläge finden Sie auch auf der Webseite www.emmental.ch oder bei den Berner Wanderwegen.

Für etwas eiligere Besucher steht im „Rain“ ein grosser Parkplatz zur Verfügung. Ein Fussweg führt  hinter dem Schulhaus und der Gemeindeveraltung - vorbei am Ueli-Brunnen und  einem sehr gepflegten Hof und Bauerngarten -  direkt zur Kirche und dem Gotthelf Zentrum ( www.gotthelf.ch).  Mit dem Zug (Station Lützelflüh-Goldbach) erreichen Sie das Museum in einem ca. 10 minütigen Fussmarsch. Für Ortsunkundige weist der Kirchtum den Weg.

 

Öffnungszeiten Museum
April – Oktober, Dienstag – Sonntag jeweils von 13.30 – 17.00 Uhr
Montag geschlossen (Pfingstmontag und Auffahrt offen, 1. August geschlossen)
Weitere Infos unter www.gotthelf.ch

Text: Therese Sommer / 16.4.2016

comments powered by Disqus