Emmentaler Bauerngärten sind eine Augenweide

Weit herum sind sie bekannt, die klassischen Bauerngärten des Emmentals. Nun ist die ideale Zeit, um die Üppigkeit hinter den Holzzäunen ein wenig genauer zu betrachten.
Endlich Sommer, endlich Ferienzeit. Wer nicht arbeiten muss, hockt wohl kaum freiwillig im Haus. Von früh bis spät sind Wander-und Velorouten gut frequentiert. Und immer wieder staunen auswärtige Gäste über die riesigen, mit viel Wissen gepflegten Bauerngärten. Was wäre das Emmental ohne sie? Selbst in deutschen Gartenbüchern, wo die Landhausgärten in allen Tonarten gelobt werden, trifft man immer wieder auf ein Foto aus dem Emmental.

Meistens sind es die Frauen, welche die Gärten – und oft noch einen „Pflanzblätz“ (Pflanzung am Rand eines Ackers) hegen und pflegen. Die Bäuerinnen sind es auch, die mit ihrem enormen Gartenwissen faszinieren. Besonders reizvoll an emmentalischen Bauerngärten ist die Verbindung von Nützlichem und Schönem. Die sorgfältig geschnittenen Buchsbaumeinfassungen lassen diese Gärten zu jeder Saison ordentlich und schön aussehen. Die symmetrischen Wege sind praktisch, und wenn im Sommer Blumen und Gemüse überborden, sorgen sie immer noch für Struktur und ein Gefühl von Ordnung. Die Wege werden stets sauber eingefasst und oft mit Rindenmulch belegt. Die Mischung von Blumen und Gemüse ist in jedem Emmentaler Bauerngarten zu bewundern. Diese Mischkulturen sehen nicht nur hübsch aus, sie sind auch nützlich. Manch ein Einsatz von Gift kann vermieden werden, wenn die richtigen Nachbarn beieinander stehen. Und natürlich führt jede Bäuerin eine Art Jahrbuch über ihren Garten. Denn immer wieder werden die Beete neu bepflanzt – der Boden so nicht ausgelaugt.

Übrigens: Besonders sehenswert ist der neu angelegte Garten beim Regionalmuseum „Chüechlihus“ in Langnau.
Text: Verena Zürcher, Bilder: Lebenslust Emmental/Hanny Wyss und Verena Zürcher
www.landverlag.ch

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