(Film-)Handwerk hat goldenen Boden

Ein altes Sprichwort, das mit dem goldenen Boden. Ob es noch stimmt? Das Emmental ist jedenfalls auch ein Tal von Handwerkern. Dass Kunsthandwerkerinnen zu Höchstleistungen fähig sind, zeigt, wie bereits erwähnt, die aktuelle Ausstellung in der Kulturmühle Lützelflüh. An dieser Stelle wurde auch schon die Zimmermannskunst thematisiert. Die stattlichen Emmentaler Bauernhäuser, Speicher und Stöcklis und die kunstvoll gespannten Brücken sind Zeugen dafür.

Letztes Jahr, als die Emmentaler Filmtage im Rüttihubelbad bei Walkringen erstmals durchgeführt wurden, zeigte der Filmemacher Peter Schurte den Film „Die letzten Alphornmacher im Emmental“ und stiess mit dieser Dokumentation auf grosses Interesse.
Nun doppelt Peter Schurte aus Zofingen nach: Heuer präsentiert er einen ebenso sehenswerten Streifen: „Kunsthandwerk zwischen Höger und Chräche“. Darin porträtiert werden Menschen, die irgendwo im Emmental ihrem Handwerk respektive ihrem Kunsthandwerk nachgehen. Stille Menschen, die es verstehen, das Beste aus einem Rohstoff, das Beste mit ihren Händen zu machen.

Etwas mit den Händen erschaffen, handwerken eben, ist der Ursprung von allem, was es auf der Welt jemals gab. Tausende von Jahren war es das Handwerk, welches Hochkulturen und Königreiche zu Weltruhm brachte. Handwerk liegt jeder heutigen Technologie und der Industrie zu Grunde. Erst mit der Industrialisierung und dann vor allem mit dem Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg nahm die industrielle Produktion überhand. Handwerk fand nicht mehr die grosse Beachtung. Serienproduktionen lieferten die Alltagsgegenstände, welche früher in Handarbeit geschaffen wurden. Das ist auch heute so. Dennoch, ein neuer Trend ist wieder spürbar. Neue Impulse sind auf der ganzen Welt vorhanden, der Wunsch danach, wieder etwas mit den Händen zu schaffen, ist so gross wie lange nicht mehr. Und auch die Hightechindustrie hat gemerkt, dass es die Handwerker sind, welche über Materialien, Rohstoffe und deren Verwendung am besten Bescheid wissen. Kurz, Handwerk ist wieder gefragt, auch darum, weil Handwerker ein besonderes Sensorium für Ästhetik und Materialien haben.
Das wird auch in Peter Schurtes Film klar. Dieser ist einer von den zahlreichen Beiträgen an den kleinen aber feinen und von unermüdlichen Idealisten organisierten Emmentaler Filmtagen, die vom 14. bis am 16. Oktober zum zweiten Mal über die Bühne respektive die Leinwand gehen und auf gutem Weg sind, sich in Zukunft so richtig zu etablieren.

Übrigens: Einen Vorgeschmack auf „Kunsthandwerker zwischen Höger und Chräche“ gibt es in diesem Trailer.

Text. Verena Zürcher, Autorin und Verlegerin, Bilder: zvg/Emmentaler Filmtage
http://www.landverlag.ch/

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