Huttwiler Wiehnachtsmärit: Das Gute liegt so nah!

Füher war es so, dass die Adventsbeleuchtungen im Bernbiet in der Regel erst nach dem Berner Zibelemärit installiert wurden. Heuer geht der traditionelle Markt am 28. November über die Bühne. Ihn mindestens einmal erlebt zu haben – am besten am Morgen in aller Früh, ist ein Muss. Obwohl es noch eine Woche dauert, bis mit dem Zibelemärit der Herbst verabschiedet und die Adventszeit begrüsst wird, trifft man in den Strassen schon überall auf Adventsbeleuchtungen.

In Langnau warten dieses Jahr besonders hübsche Kreationen, unter anderem in Gestalt der heiligen drei Könige, auf den Betrachter; an privaten Häusern hängen die ersten Lichterketten – und dennoch, bei diesem ausgedehnten Martinisommer mag noch keine richtige Adventsstimmung aufkommen. An diesem Wochenende lockten zwar offene Läden zum Sonntagsverkauf; grosse Menschenmengen tummelten sich auf den Strassen und machten Halt an den hübsch hergerichteten Ständen, tranken einen ersten Glühwein, assen Maroni und Würste. Auch an ersten kleinen Adventsmärkten wurden weihnächtliche Dekorationen feilgeboten. Aber die Kauflust der Besucherinnen und Besucher hielt sich, so klagten die Händler, in Grenzen. Und die Wetterprognosen versprechen auch für die kommende Woche nur eine Hochdrucklage. Das ist schön für alle, die nochmals die kräftigen Herbstfarben auf einer Wanderung geniessen wollen – für die Marktfahrer dagegen sollten ab Mittwoch eigentlich die ersten Schneeflocken durch die Luft wirbeln. Denn just an diesem Tag wird einer der schönsten Weihnachtsmärkte eröffnet.

Busunternehmen bieten seit Jahren Fahrten an, welche die Gäste für ein, zwei oder drei Tage nach Deutschland, Frankreich oder Österreich bringen, um dort einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Strassburg, Ulm, Nürnberg, Salzburg, Freiburg im Breisgau. Alle Ziele sind hübsche Städte mit bemerkenswerten Märkten. Aber wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Schliesslich gibt es im Emmental einen ganz besonderen Weihnachtsmarkt, einen, den man auf gar keinen Fall verpassen sollte! Am kommenden Mittwoch ist es im wunderschönen Städtchen Huttwil wieder einmal soweit: Der „Wiehnachtsmärit“ beginnt. Zahlreiche Stände warten auf die Gäste, ein vielfältiges Rahmenprogramm trägt weiter zum guten Gelingen bei. Der „Wiehnachtsmärit" Huttwil ist der grösste Weihnachtsmarkt der Schweiz. Über 80 reich verzierte Häuser im historischen Städtchen bilden die Kulisse zu diesem stimmungsvollen Anlass, der heuer also wohl ohne Schnee auskommen muss – aber wahrscheinlich trotzdem einmal mehr ein Highlight sein wird.

Übrigens: Das „Blumenstädtchen“ Huttwil wurde in seiner Geschichte gleich dreimal von einer verheerenden Feuersbrunst in Mittleidenschaft gezogen, respektive beinahe ganz zerstört. Umso schöner ist es, sich heute an diesem Bijou im untersten Emmental zu erfreuen.

Text: Verena Zürcher, Bild: zvg/Region Huttwil
www.landverlag.ch

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