Kühle Romantik im Iglu: Mehr als cool!

Von den Huskys hatten wir es schon. Und wo die sind, dürfen die Iglus eigentlich nicht fehlen. Dass dem so ist, schaut Reto Invernizzi, Junior-Chef im lauschigen Landgasthof und Hotel Kemmeriboden-Bad in Schangnau, das jahraus, jahrein eine Reise wert ist! Seit einigen Jahren lässt der aufgeschlossene Gastgeber sich vom Aeschauer Hans Hiltbrunner Iglus bauen – und verlegt von Ende Dezember bis Anfang März (je nach Wetter) einen Teil der Gaststube und sogar Hotelzimmer in die eisigen Räume.

Dass dieses Angebot getestet sein will versteht sich von selbst. Und so organisierten wir im letzten Winter einen Verlagsausflug in die Iglus, die im Schatten des Hohgant ein kühles und cooles Abenteuer versprechen! Wir waren gespannt – und skeptisch zugleich. Würde sich bei Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt wirklich so etwas wie eine gemütliche Stimmung ergeben? Bereits als wir nach 18 Uhr im Kemmeriboden eintrafen, war es bitter kalt, minus 10 Grad oder mehr. Was hier hinten an der noch jungen Emme keine Seltenheit ist. Ein Glas Glühwein, einige Häppchen und Reto Invernizzis warme Begrüssung liessen erste Zweifel schmelzen wie Schnee an der Sonne – obwohl wir den Apéro draussen einnahmen. Aber so hatten wir genügend Gelegenheit, die Sterne am Himmel zu bewundern, die hier hinten heller leuchten als anderswo.

Und dann kam das, worauf wir alle besonders gespannt waren: Leicht gebückt durchschritten wir einen mit Kerzen erleuchteten Tunnel, passierten Abzweigungen und landeten erst im grossen, dann im kleinen Saal, der für uns reserviert war. Perfekt gedeckte Tische, Kerzen und Laternen und Schaffelle auf den Sitzbänken wirkten mehr als nur gemütlich und sehr einladend – und das servierte Fondue war ganz einfach lecker. Mehr als eine Stunde sassen wir da und hatten nie das Gefühl zu frieren. Wir waren fasziniert von diesem Bauwerk, von der Stimmung, vom Ambiente und von der Akustik in den Räumen. Dann begannen die ersten etwas mit den Füssen zu stampfen. Aber auch das war kein Problem. Zahlreiche Decken lagen umher und erste kühle Schenkel wurden bedeckt und die gesellige Runde genoss den Aufenthalt eine weitere Stunde ohne Anzeichen von Unterkühlung. Nur den allerletzten Kaffee tranken wir in der warmen Gaststube im Hauptgebäude. Aufs Abenteuer “Übernachten im Iglu“ mussten wir leider aus Zeit-und Platzgründen verzichten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Wie bereits erwähnt ist Hans Hiltbrunner, der im Sommer unter anderem Touren durchs Räbloch anbietet, hauptverantwortlich für den Bau. Je nach Witterungsverhältnissen beginnen er und seine Helfer Ende November mit dem Bau, manchmal hilft etwas Kunstschnee der Natur aus. Dann werden riesige Ballone aufgeblasen und mit Schnee überhäuft und mit Wasser präpariert. Bei einer Dicke von rund 1.3 Meter werden die Ballonhüllen entfernt und in den entstandenen Hohlräumen beginnt er aufwendige Innenausbau – mit viel Liebe zum Detail. Dann kann die besondere Romantik während mehreren Wochen genossen werden. „Heuer haben wir ganz besonders schöne Eisskulpturen“, schwärmt Reto Invernizzi, der froh ist, dass trotz des etwas zaghaften Winters auch jetzt wieder Iglu-Zeit ist. Denn die Nachfrage ist gross – und eine Reservation unerlässlich.

Übrigens: Der Kemmeriboden, das einstige Bad, hat einen Teil der alten Tradition wieder aufgenommen und bietet das Baden im Hot Pot an. Eine ideale Kombination zum coolen Iglu!

Text: Verena Zürcher, Bilder: Kemmeriboden-Bad, Emmental Tourismus, Verena Zürcher
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