Pulver gut auf dem Truber Schneeschuhtrail

Seit kurzem gibt es in der Gemeinde Trub einen Schneeschuhtrail. Und der musste getestet sein. Ausgangpunkt ist das mittlerweile stillgelegte Ried-Schulhaus, welches knapp zwei Kilometer hinter dem Dorfkern an der Strasse Richtung Fankhaus liegt. Die Temperatur liegt bei minus 14 Grad. Aber nach dem ersten Aufstieg Richtung Hüsereschür und Chouerli merkt man eigentlich gar nicht, wie kalt es ist. Die einsame, traumhafte Winterlandschaft hier oben lenkt von allem ab.

Weil ich selber statt den Schneeschuhen den Hund und Fotoapparat dabei habe, folge ich nicht immer dem ausgeschilderten Trail, der nach Lust und Laune etwas abgeändert werden kann. Denn die pulvrigen Weiten locken, um die eigene Spur zu legen. Ich folge dem Karrweg, der von Hüseren hinauf zur Riegle und weiter zum Chouerli über die Chouereegg zur Choure und schliesslich hinüber nach Altösch führt. Dieses Gebiet war mein Kinderspielzimmer und darum kenne ich jede Ecke wie den eigenen Hosensack. Aber auch für Fremde ist die Wanderung vom Ried hinauf nach Altösch problemlos zu bewältigen. Nun, es geht zwar stetig aufwärts, aber die zauberhafte, nahezu unberührte Landschaft hier oben lässt jede Anstrengung vergessen. Wir befinden uns hier in einem Gebiet, wo sich Fuchs und Hase eine gute Nacht wünschen – entsprechend sind die Spuren im Schnee. Ansonsten: Ruhe!

Ausserhalb des Waldes pfeift die Bise um die Ohren – aber so richtig gemein wird die erst, als der Weg kurz vor der Chouere oder Kohlern erneut aus dem Wald führt und man auf der offenen Krete den Winden schutzlos ausgesetzt ist. Sibirien lässt grüssen. Die drei Schneeschuhwanderer, die vor mir auf dem Trail unterwegs sind, versuchen auch die Nasenspitzen zu schützen. Aber weit ist es nicht mehr bis zum geplanten Zwischenhalt: Von der Kohlern sieht man bereits hinüber zu den schönen Höfen von Altösch. Und ober Altösch (1114 Meter über Meer) führt ein kleines Beizli, in das sich das Einkehren lohnt. Nach der warmen Stärkung geht’s bergab. Erst auf der neuen Altöschstrasse, welche dann aber verlassen wird. Denn der alte Altöschweg Richtung Mühlebach und retour nach Häusern und Ried bietet noch einmal ein eisiges und optisches Vergnügen. Die gesamte Strecke beträgt gut 6 Kilometer.

Für mich ist diese Route eine der schönsten im Emmental! Hier der Bildbeweis!

Übrigens: Diese Route ist ganzjährig wunderschön. Ob im Sommer oder Winter: Varianten ab Kohlern Richtung Schlucht-Turner und von dort über Risisegg nach Trubschachen oder nach Escholzmatt sind sehr empfehlenswert. Sie geben einen Eindruck von der gewaltigen Fläche der Gemeinde Trub. Mit 64 Quadratkilometern ist sie die grösste im oberen Emmental.

Tesxt und Bilder: Verena Zürcher
http://www.landverlag.ch/

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