Täuferversteck im Trub wieder offen

Seit Anfang Mai 2015 ist die Besichtigung des Täuferversteckes in Hinter Hütten, Trub, wieder möglich. Familie Fankhauser hat hier ein Refugium geschaffen, welches nicht nur das Täuferversteck beinhaltet. Es gibt auch viel Interessantes über die Täufer, ihre Geschichte und vor allem über die Verfolgung der Täufer im Emmental zu sehen und zu lesen.

Bei einem Infohäuschen neben dem schönen, sehr gepflegten Bauernhaus erhält man erste Informationen. Die Kasse basiert auf Vertrauensbasis, Besucher legen das Eintrittsgeld in das dafür vorgesehene Holzgefäss. Es lohnt sich, genügend Zeit für den Besuch der Ausstellung einzuplanen, denn schnell einmal wird man „gefangen“ von der Geschichte der Täuferfamilie Fankhauser, welche in ansprechender und professioneller Art dargestellt wird. Viele Gegenstände wie bäuerliche Gerätschaften ergänzen den geschriebenen Text. Anhand eines Modelles kann man den Einbau des Täuferversteckes gut nachvollziehen (Zitat:„sie flohen auf den Heuboden und waren dann wie vom Erdboden verschwunden“). Ein - per Knopfdruck abrufbarer Kommentar - (ca. 8 Min), kann man sich auf dem Bänkli sitzend im „schwarzen Gaden“ anhören.

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Es gibt keine festgelegten Öffnungszeiten, der Vermerk „auf Voranmeldung“ ist bewusst gewählt. Familie Fankhauser betreibt in erster Linie einen Bio-Bauernbetrieb und die schulpflichtigen Kinder müssen zum Schulbus gebracht und auch wieder abgeholt werden. Wann immer aber Interessierte am Hof vorbei gehen und Frau Fankhauser „grad umewäg“ ist, kann man die Ausstellung spontan besuchen – und das ist recht häufig der Fall. Fankhausers möchten einfach niemanden enttäuschen, wenn mal jemand vor verschlossener Türe steht, weil alle Hände beim Heuen oder sonst im Betrieb gebraucht werden. Ebenfalls auf Voranmeldung führt Regula Fankhauser Gruppen durch die Ausstellung, bei einem Glas Most oder einem Zvieri, welches ebenfalls dazugebucht werden kann, geben Fankhausers gerne Auskunft auf die vielen Fragen.

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Ich empfehle, den Hof Hinter Hütten während einer Wanderung zu besuchen. So kann man bereits beim Anmarsch die Schönheit und das Mystische der Landschaft aufnehmen, aber auch die Abgeschiedenheit spüren und sich auf das kommende einstimmen. Vielleicht etwas nachdenklich aber bestimmt mit viel neuem Wissen reicher machen Sie sich nach dem Besuch der Ausstellung auf den Heimweg.

Weitere Infos
Für Autofahrer stehen eine kleine Anzahl Parkplätze beim Abzweiger im Hüttengraben zur Verfügung. Ebenso beim Hof (bei der Anmeldung abklären).


Als Einstieg in die „Täufergeschichte“ empfiehlt sich das Buch „Die Furgge“ von Katharina Zimmermann (Erstausgabe 1989, 7. Auflage 2007).  Eine Geschichte aus dem Emmetal, basierend auf historischen Ereignissen während der Täuferverfolgung 1690 – 1717.

Bilder & Text: Emmental Tourismus, Therese Sommer
www.emmental.ch

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