Vom „Züri-Goof“ zum Emmentaler Landei

Irene Lehmann-Willen zog als Kind ins Emmental. Wie sie das erlebte und warum sie im Emmental hängenblieb, erzählt uns die Gastbloggerin gleich selber.
„Ich bin mit 7 Jahren mit meinen Eltern vom Kanton Zürich ins Emmental gezogen. Damals war es in der Schule mit meinem "Züri-Dialekt" nicht so angenehm. Ich wurde andauernd korrigiert. Ich mochte diese neue Gegend nicht so sehr - und doch mehr und mehr konnte ich mich einleben, den wunderschönen Bärner-Dialekt annehmen und Freundschaften schliessen.

Mein Vater, ja auch ein "Zuzügler", interessierte sich sehr für die Übernamen, die hier den Bewohnern gegeben wurden (Hühli-Hausi, Lehnbödeler-Ueli, Rossbode Annelies etc.) und ich mit dazu. Mit der Zeit kannte ich die Einwohner meines Heimatdorfes besser mit den Nachnahmen als meine Mitschüler, und ich wusste wo die Höfe zu finden waren. Die Wanderungen im Emmental vergesse ich nicht. Und nun, mit meiner eigenen Familie (bin immer noch im Emmental wohnhaft) wandere ich überall hin. Immer wieder entdecken wir einen wunderschönen "Fleck" dieser Gegend. Einfach faszinierend! (Mein Mann ist gebürtiger Emmentaler!) In jungen Jahren, kurz nach Lehrabschluss, habe ich beschlossen, "auswärts" eine Anstellung zu suchen. Ich konnte mich im Kanton Schwyz und im Kanton Graubünden vorstellen. Die Stelle in Schwyz habe ich absagt und die Stelle im Kanton Graubünden habe ich nach zwei Wochen wieder verlassen. Auch diese Gegend ist schön - aber das Emmental ist noch schöner! Und seither bin ich hier sesshaft und verdiene auch mein Einkommen im Emmental!

Ich bin ein richtiges Land-Ei mit Wurzeln im Emmental und möchte eigentlich hier nicht mehr weg.

Übrigens: Wollen auch Sie unser Gastblogger, unsere Gastbloggerin sein. Dann schreiben Sie eine Mail an info@landverlag.ch!

Text: Irene Lehmann-Willen, Zollbrück, Foto: Lebenslust Emmental

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