Was Mäuse mit den Rämisgummen-Krokussen zu tun haben

Wenn es so weitergeht mit dem Frühling, kann man auf der Alp Rämisgummen schon bald die ersten Krokusse bewundern.


Kaum hat sich der Schnee auf der Alp Rämisgummen zwischen Trubschachen und Eggiwil verzogen, leuchten die Bergweiden in den unterschiedlichsten Lilatönen. Schuld daran sind die unzähligen Krokusse, die hier Frühling für Frühling blühen. Woher sie kommen ist weitgehend unbekannt. Die Küherfamilie Fankhauser aus Grosshöchstetten, welche die Alp gut 150 Jahre lang in Pacht hatte, weiss lediglich, dass es sie schon immer gegeben habe, die zarten Frühblüher.

Der Rämisgummen gilt als eine der schönsten Alpen des Bernbiets. Mit 130 Hektaren weist sie auch eine stattliche Fläche auf. Besitzerin der Alp war bis zu ihrem Tod 1981 die legendäre Berner Aristokratin Madame Elisabeth de Meuron. Danach ging der Besitz an ihre vor kurzem ebenfalls verstorbene Enkelin Sibylle von Stockar über. Seit dem 1. Januar 2002 ist Familie Schenk aus Eggiwil Pächterin der Alp.

Gestaffelte Blütezeit

Viele Hektaren dieser Alp und nur kleine Teile der angrenzenden Weiden werden im Frühling also von den Blumen verdeckt. Und weil die Sonneneinstrahlung und somit die Schneeschmelze auf dem Anwesen nicht überall gleich früh eintrifft, kann man die Blütenpracht gestaffelt bewundern. Die ersten Blüten dürften schon bald zu sehen sein, andere werden erst im April zum Vorschein kommen.
Wenn Fankhausers gegen Ende Mai auf den Berg zogen, waren die Blüten freilich verblüht – das Kraut dagegen war noch sichtbar im jungen Frühlingsgras. Und das habe man der Milch dann manchmal auch angemerkt, sie habe ein wenig nach Zwiebeln gerochen. Ebenso habe man beobachten können, wie die Krokusse “gewandert” seien. Freilich nicht aus eigener Kraft. Oft seien es die Mäuse gewesen, welche die kleinen Krokuszwiebeln von einem Ort zu anderen gebracht hätten – als Vorratslager.
Dass auch die Mäuse daran beteiligt sind, dass eine solch riesige Fläche mittlerweile von den Blumen überdeckt ist, ist also wahrscheinlich.

Nur weisse Krokusse sind wirklich wild
Es gibt, je nach Definition, 80 bis 120 wilde Krokusarten Sie kommen ausschliesslich in den gemässigten Breiten Europas und Asiens sowie in Nordafrika vor, wobei die Schwerpunkte im Mittelmeerraum von Italien über den Balkan und Griechenland bis zur Türkei und zum Kaukasus liegen. An einigen Stellen wachsen auch hier in der Schweiz Krokusse in freier Natur. Man geht aber davon aus, dass dies fast ausschliesslich auf Anpflanzung in früheren Zeiten zurückzuführen ist. Tatsächliche Wildbestände gebe es nur vom weissen Krokus, sagen Experten. Vor allem die Zwiebeln der Krokusse sind giftig und vor allem für Kinder gefährlich – sie können starke Magen-und Darmstörungen verursachen.

Giftiges Gewächs
Ebenfalls eine Krokusart ist der Safran In höheren Dosen wirkt er giftig, früher wurde er sogar für Abtreibungen verwendet. Doch auch ohne Mordabsichten kann es zu Todesfällen kommen. Sehr ähnlich sieht dem Safran nämlich die hochgiftige Herbstzeitlose.

Übrigens: Der Osterhase sollte auf Rämisgummen auf gar keinen Fall einen Verpflegungshalt einlegen. Krokusse sind für Hasen und einige andere Tiere ausserordentlich und schon in geringen Mengen sehr giftig.

Text: Verena Zürcher, Bilder: Landverlag/Hanny Wyss
http://www.landverlag.ch/

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