Zu kaufen gesucht: Haus, gerne abgelegen

Ein Musiker aus Zug auf dem Knubel, ein Werber aus Zürich auf dem Grat, ein Psychiater aus Basel auf dem Boden, ein Agronom aus Bern im Graben: Im Emmental sucht manch einer Zuflucht. Ob es die neu entdeckte Landliebe ist oder der kränkelnde Finanzmarkt. Wer kann, kauft Wohneigentum; und die Inserate auf den einschlägigen Portalen sprechen eine deutliche Sprache. Gesucht werden alte Bauern- und Taunerhäuser, Stöckli, Speicher und ausgediente Käsehütten auf dem Land. Solche mit traumhafter Aussicht, grossem Umschwung und wenig Nachbarn. Entsprechend rar sind die Angebote. Und wird man doch fündig, ist die Hürde noch lange nicht genommen, wie das Beispiel einer Kollegin aus dem Aargau zeigt: Ein Taunerhaus mit Vollwalmdach hat die ausfindig gemacht. 200 Jahre alt, sanft aber stilvoll renoviert, eingebettet in den saftigen Wiesen des Emmentals. Etwas abgelegen, ja, das gewiss. Der ideale Ort, um auszuspannen, den eigenen Landtraum zu verwirklichen. Manche nennen es eine Rückkehr zu den Wurzeln. Wir meinen, es sei ein Aufbruch zum Echten.

Nun denn, Banken unterstützen in dieser Zeit nichts lieber als Immobilienkäufe, dachte die Kollegin. Was so auch stimmt. Aber: Der Verantwortliche einer Grossbank in Zürich sah das ein wenig anders. Nicht primär wegen der Immobilie. Sondern wegen der Region. „Emmental? Unmöglich! Diese Region hat kein Potential, ist touristisch uninteressant! Kaufen Sie ein Haus in St. Moritz oder sonst wo im Engadin, dann ist die Finanzierung gesichert.“
Die Kollegin blieb stur. Die Bank auch. Und sie zwang die Kundin, eine Todesfallrisikoversicherung abzuschliessen. Wer in die Pampa ziehen will, soll gefälligst schauen, dass für den Geldgeber das Risiko aufs Minimalste reduziert wird. Hätte der Banker einen Blick auf die Immobilienszene geworfen oder einen Ausflug ins Emmental gemacht, hätte er gemerkt, dass er mit seiner Meinung auf dem Holzweg ist.

Übrigens, die Beweise dafür liefern wir in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten in diesem Blog!

Text: Verena Zürcher, Bild: Lebenslust Emmental/Peter Aegerter
www.landverlag.ch

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