Platzger Lyssach – der weltweit jüngste Platzgerverein

Wo werden heute noch in traditionellen Sportarten neue Vereine gegründet? – Im Platzgen ganz bestimmt. So greift ab der Saison 2019 der Verein Platzger Lyssach, welcher am 12. Juli 2018 in der Sandhole gegründet wurde, ins Wettkampfgeschehen ein. Ein junger, moderner, neuzeitlicher Verein in einer äusserst traditionsreichen Sportart, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückführt.

Platzgen – was ist das? Platzgen ist ein alter Wurfsport, von dem die Chroniken erzählen, dass er schon im Mittelalter in fast allen Gebieten unseres Landes betrieben wurde. Heute ist das Platzgen eine traditionsreiche, beliebte einheitliche Sportart, gut organisiert und klar reglementiert, welcher hauptsächlich noch im Kanton Bern betrieben wird. Es ist kein leichter Sport, denn es erfordert volle Konzentration und gute Körperbeherrschung.

Die Wurfdistanz beträgt bei den Herren 17 Meter, bei den Damen und Schülern 11.5 Meter. Das Ries – also das Ziel – hat einen Durchmesser von 1.40 m, dessen Inhalt aus Lehm ist. In der Mitte des Rieses steckt ein eiserner Stock, der 35 bis 40 cm aus dem Lehm ragt.

Die Wurfkörper – namentlich die Platzgen – bestehen meistens aus gehärtetem Stahl. Das Gewicht liegt zwischen 1 und 3 Kilogramm.

Zum Bewerten eines Wurfes benötigt man einen Meter und ein Messer. Das Messer wird dort in den Lehm gesteckt, wo die Platzge liegen bleibt und zwar beim nächstgelegenen Punkt zum Stock. Berührt die Platzge den Stock, dann gilt der Wurf 100 Punkte. Pro Zentimeter, welche die Platzge vom Stock entfernt liegt, gibt es einen Abzug von 1 Punkt.

Alljährlich finden zwei Feste statt – das Verbandfest und das Frühlingsfest. Hierbei geht es um Sektions-, Gruppen- und Einzelwettkämpfe. Gute Resultate werden mit schönen Auszeichnungen und wertvollen Ehrengaben belohnt. Weitere Wettkämpfe und Anlässe sind zum Beispiel Verbandsmeisterschaft, Wettspiel- und Vierplatzmeisterschaft, Einzelcup, Verbandscup und viele mehr.

Von 0 auf 100

Am Donnerstag, 12. Juli 2018 um 20:20 Uhr wurden folgende Worte in der Sandhole Lyssach vom Vorsitzenden der Gründungsversammlung und jetzigen Präsidenten, Patric Buri, ausgesprochen:

„Somit gründe mir – namentlech Thomas Glauser, Renato Schütz, Markus Schütz, Gabriel Bracher, Clemens Bracher, Stefan Schneider, Hans-Jakob Rickli, Julian Bracher und ig, Patric Buri – hie und iz der Verein Platzger Lyssach“.

Ein Jahr nach der Bier-Idee beim Steakplatzgen des Platzgerclub Hornbach-Wasen war also der weltweit jüngste Platzgerverein gegründet. Und dann ging’s schnell: Rekrutierung des Vorstandes, Kontaktaufnahme mit der Gemeinde Lyssach und dem Sportverein Lyssach betreffend des Wettspielplatzes, errichten des Wettspielplatzes, Kreierung des Logos, erfolgreiche Aufnahme-Ersuchung beim Platzgerverband, erstellen der Webseite, erwerben der Spielgeräte (Platzgen), etc..

Traditionell & mit der Zeit gehend

Der frische Platzgerverein nimmt mit Webseite, Facebook, Instagram und papierlosem Arbeiten die Strukturen eines neuzeitlichen und digitalen Vereins an. Dabei kommt die Geselligkeit & Kameradschaft in der traditionsreichen Platzgerszene – mit auch vielen pensionierten Lizenzierten aus anderen Vereinen – keinesfalls zu kurz.

Und die Lyssach-Platzger sind hungrig: So wollen sie laufend neue Mitglieder finden und bereits in der übernächsten Saison eine zweite Wettkampfmannschaft beim Verband anmelden.

Einweihungsfest als Highlight der ersten Saison

Für den nigel-nagel-neuen Lyssacher Sportverein stehen in der ersten Saison nebst dem wöchentlichen Training 5 Wettspiele und mindestens die Teilnahme zweier Feste auf dem Programm.

Das Highlight der ersten Wettkampfsaison wird das Einweihungsfest vom Samstag, 6. Juli 2019 in der heimischen Sandhole Lyssach sein. Der Anlass wird mit seiner Volksfeststimmung zum Verweilen und selbstverständlich auch zum Ausprobieren einladen – alle sollen sich einmal im Platzgen versuchen dürfen.

Alle Informationen/Aktivitäten auf www.platzger-lyssach.ch

Quelle: Teile über Platzgen allgemein aus www.platzgen.ch
Text: Julian Bracher

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