Eine Mittsommernachts-Sexkomödie von Woody Allen

Der Titel lässt aufhorchen; er erinnert an Shakespeares «Sommernachtstraum» und verspricht eine schräge, wie man es sich von Woody Allen gewohnt ist, Komödie. Der genialer US-amerikanischen Filmregisseur, Autor, Schauspieler und Komiker schreibt Komödien mit Irrungen, Wirrungen und oft auch mit den amüsanten Zügen eines Krimis. Erstens kommt es anders – zweitens als man denkt.

Pro Schauspieler eine Box

Vorgesehen für die Spielsaison 2020 auf der Moosegg waren eigentlich die beiden Produktionen «Frau Luna» und «Katharina Knie». Diese wurden wegen der Corona-Pandemie abgesagt, sollen jedoch im Sommer 2021 wieder ins Programm aufgenommen werden.

Aus Überzeugung, dass genau in solchen schwierigen Zeiten die Kultur besonders wichtig ist, starten die Freilichtspiele Moosegg einen „Plan B“. Vom 3. Juli bis am 15. August 2020 wird «Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie» aufgeführt. Eine spritzige Komödie, ein Stück über Sinn und Unsinn von Beziehungen, wie ein lauer Sommerwind – erfrischend, überraschend und voller witziger Alltagsmomente, kühner Träume und Sex. Auch bei Shakespeare ist ein «Mittsommernachts-Traum» ein Verwirrspiel um Liebe, Verwechslungen und dem Zauber fantastischer Traumwelten.

Wie soll das in Zeiten von Corona-Vorschriften gehen? Nun, alles ist in diesem Jahr etwas «verkehrt», so auch der ganze Aufbau. Das Bühnenbild ist direkt hinter dem Hotel Moosegg aufgebaut, die Tribüne auf der Waldlichtung. 120 Sitzplätze sind im Verkauf, die Stühle mit genügend Abstand platziert. Damit sich die Schauspieler/Innen trotz des heissen Themas nicht zu nahe kommen, wurde für jeden einzelnen Akteur eine Box aufgestellt, zusammengeschachtelt wie ein überdimensioniertes Puppenhaus auf 2 Etagen.

Tribüne mit Sicherheitsabstand

Statt der rund 40 Laienschauspieler stehen dieses Jahr nur 6 Akteure, alles Profis, auf der Bühne. Nebst den 6 Boxen für die Schauspieler, sind links von der Bühne zwei weitere Boxen aufgestellt. Eine für Regisseur Simon Burkhalter, welcher zusätzlich als Erzähler und BAG Beauftrager mit ständig wechselnden Krawatten amtet und eine für Jorge Bigler, verantwortlich für die vielfältigen Geräusche.

Gekonnt und ohne moderne Technik, dafür mit viel schauspielerischem Können produziert Bigler, mittels alltäglichen Hilfsmitteln passende und originelle Geräusche. Messer werden gewetzt, trockenes Laub geraschelt und ein Verkehrspoller dient als Lautsprecher. 

Jorge Bigler produziert vielfältige Geräusche – ganz ohne Technik

In der Aufführung dreht sich alles um Liebe, verpasste Gelegenheiten, Illusionen und Sex in allen Variationen. Lehnen Sie sich zurück, geniessen Sie das Durcheinander in den einzelnen Boxen und lachen Sie herzhaft! Es ist eben eine Komödie.

Weitere Infos und Reservationen: www.freilichtspielemoosegg.ch

Text: Therese Sommer
Bilder: Simon Schwab

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